In den ökumenischen Bemühungen nicht nachlassen

Die Pfarrei ist im Jahr 1507 auf Betreiben einer vermögenden Witwe, Katharina von Sutter, an der Stelle einer bereits bestehenden Kaplanei „zum Altar der hl. Afra“ in dem Dorf im Südwesten der Schwäbischen Alb errichtet worden. Der Bischof erinnerte daran, dass die am Vorabend der Reformation gerade eingeweihte Kirche bald „in heftige Auseinandersetzungen hineingezogen“ worden sei. Katholische und evangelische Christen, so Bischof Fürst, hätten nicht nur ein gemeinsames Erbe und eine gemeinsame Tradition. „Wir sind auch gerufen, in der Welt und für die Menschen Zeugnis abzulegen von der einen Hoffnung, die uns erfüllt.“

Durch die Einsatzfreude vieler Menschen sei seinerzeit ein „wunderschönes Gotteshaus, ein steinerner Ort des Glaubens“ und „eindrucksvolles Zeugnis unserer Glaubenstradition“ entstanden, sagte Bischof Gebhard Fürst. Viel schwieriger aber sei es, „das Haus einer lebendigen Gemeinde aufzubauen“, in der „die dort Versammelten lebendige Zeugnisse unseres Glaubens sind“.

Ein wichtiges Element dieses Glaubens sei es, so der Bischof unter Berufung auf den Bibeltext des Festgottesdienstes, wie Jesus der Gemeinschaft „mit Verlorenen und Verlierern“ nicht auszuweichen. „Gott belohnt mit seiner Gegenwart nicht das Perfekte, das Fehlerlose und Untadelige.“ Er kehre dort ein und verändere mit seiner Gegenwart alles, „wo nach unseren Maßstäben alles verloren scheint“, sagte Bischof Fürst. „Kirche führt uns zusammen, um für diese barmherzige und menschenfreundliche Botschaft zu danken.“ Das Annehmen der Menschen trotz aller Fehler „verändert uns, erneuert und weckt in uns verborgene Kräfte“, ermunterte der Bischof seine Zuhörer.