In der Bußzeit Trauer überwinden

Die österliche Bußzeit biete die Chance, gewissermaßen die eigene Existenz umzupflügen und so den Boden zu bereiten für eine Überwindung von Trauer, Verlusten und seelischem Schmerz, sagte der Bischof beim Gottesdienst zum Aschermittwoch der Künstler in Stuttgart. Die Fastenzeit könne eine Erneuerung des Menschen von innen her bewirken. In Anspielung auf das Zitat des Propheten Joel „Zerreiß nicht euer Kleider, sondern eure Herzen“ ermunterte der Bischof zu einer Zeit der inneren Klärung und Stärkung.

Den Künstlern wies Bischof Fürst bei diesem Prozess der existenziellen Aufarbeitung eine helfende Rolle zu. Sie könnten seelische Stimmungen des Menschen sichtbar machen und eine „Bewegung zurück nach innen“ erleichtern. Zum traditionellen
Aschermittwoch der Künstler an der Akademie der Diözese hatte Bischof Gebhard Fürst den Gastrokritiker Wolfram Siebeck eingeladen. Er hielt nach dem von Flötistinnen der Musikhochschule Stuttgart unter der Leitung von Detlef Dörner musikalisch gestalteten Gottesdienst einen Vortrag "Untote Todsünden".

Uwe Renz