In der Gegenwart leben und nach vorne leben

Dabei gehe es um die Frage, „welches Bild wir vom Menschen und vom Menschsein haben, wie groß und wie schön wir vom Menschen denken – in jedem Lebensalter“.

Zwei Impulse gab Weihbischof Kreidler den Seniorinnen und Senioren bei der Wallfahrt mit: „Versuchen sie in der Gegenwart zu leben.“ Und: „Versuchen Sie, nach vorne zu leben.“ In der Gegenwart zu leben bedeute, dass alte Menschen „keine Menschen von gestern“ werden dürften. Wer nur in der Nostalgie lebe, versäume das Leben jetzt, sagte Weihbischof Kreidler. Wie lange oder wie kurz man auch noch zu leben habe: „Die einzige Zeit, die einem wirklich gehört, ist die Gegenwart, dieser heutige Tag, dieser Augenblick jetzt.“ Der Glaube, so der zweite Impuls des Weihbischofs, könne „dem Alter noch einmal eine Richtung nach vorne geben“. „Leben im Vorausblick“ lasse nicht nur den Mangel erkennen, der „Vorausblick auf Gott“ eröffne vielmehr den Blick „für die größeren Möglichkeiten, die noch ausstehen“. „So kann Leben noch erwartungsvoll werden, wir sind Pilger, die zu einem großen Fest der Liebe unterwegs sind“, sagte Weihbischof Kreidler den Senioren-Wallfahrern, und er fügte hinzu: „Ihr habt die Zukunft nicht hinter euch, sondern vor euch.“