Initiative Gottes und nicht der Menschen

Vielfach sei Weihnachten „von seinem Wesen entkernt“ und zu besinnlichen „Winterwohlfühltagen“ geworden, an denen die Menschen das ihnen selbst schlummernde Heil entdecken könnten. Dem gegenüber gelte: „Weihnachten ist keine Erfindung des Menschen, sondern eine Erfindung Gottes. Gott kommt zu Menschen, nicht der Mensch zu Gott. Nicht der Mensch wird Gott, sondern Gott wird Mensch.“ Deshalb bedeute Weihnachten eine Hoffnung, die nicht trügerisch sei, sondern trage, betonte Renz.

Daher schenke Weihnachten dem Menschen auch eine Würde, die nicht verloren gehe. Der Mensch sei Gott so wichtig, dass er nichts unversucht lasse, ihn zu erreichen und zu lieben, sagte der Weihbischof. Dies bleibe auch bestehen, „wenn wir unsere Weihnachtsdekoration wieder für ein Jahr im Keller verstaut haben“.

Weihnachten, so Weihbischof Renz, bedeute aber auch eine Sendung, die sich nicht auf den innerkirchlichen Raum beschränken lasse, sondern der ganzen Welt gelte. Christen, die das Kommen des Retters feierten, müssten sich nach Kräften bemühen, ihrerseits die Welt zu retten und sie nicht tatenlos dem Verderben und dem Untergang preiszugeben. So müssten beispielsweise Christen angesichts der gescheiterten Weltklimakonferenz in Kopenhagen als leuchtendes Beispiel dafür vorangehen, umzudenken und umwelt- und klimazerstörende Lebensweisen zu verändern, betonte Weihbischof Renz.

Dr. Thomas Broch