Innehalten und nach dem Wohin fragen

Nach einem Jahr mit einer folgenschweren Weltwirtschaftskrise, mit Not und Gewalt unter anderem in Afghanistan und im Irak, mit der Katastrophe von Winnenden und mit einem Weltklimagipfel in Kopenhagen ohne greifbare Ergebnisse dürften Christen sich nicht entmutigen lassen, sagte Bischof Fürst am Silvestertag beim Jahresschlussgottesdienst in Ludwigsburg. „Wir dürfen in dem Vertrauen leben, dass nichts uns von der Liebe Gottes trennen kann“, betonte er.

Mit Blick auf den Amoklauf von Winnenden und Wendlingen hob der Bischof die tröstende Kraft des Glaubens hervor. Im Trauergottesdienst in Winnenden sei die Osterkerze als Zeichen für Christus wie eine Säule inmitten der 15 für die getöteten Schüler aufgestellten Kerzen gestanden, „fast so als wären die ausgeblasenen Lebenslichter im Symbol der Kerze wieder angezündet“.

Der Bischof erinnerte daran, dass die Ergebnisse des Weltklimagipfels viele Menschen enttäuscht hätten. Die Diözese Rottenburg wolle mit ihrer seit mehr als zwei Jahren laufenden Klimainitiative ein Zeichen dafür setzen, „dass wir als Kirche unsere Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und für die Zukunft späterer Generationen sehr ernst nehmen“.

Bischof Fürst ermuntere dazu inne zu halten und danach zu fragen, „wohin wir überhaupt fahren und wohin wir unterwegs sein wollen“. Diese Frage müsse sich stellen, wer verantwortungsvoll für die Gesellschaft, die Schöpfung und kommende Generationen handeln wolle, so der Bischof.

Uwe Renz