Intellektuelle Schärfe und augenzwinkernder Humor

Rottenburg. 7. März 2014. Als zutiefst geistlich geprägten Wissenschaftler und von intellektueller Neugier bewegten Theologen hat Bischof Gebhard Fürst den emeritierten Tübinger Dogmatiker Peter Hünermann gewürdigt. In einem Glückwunschschreiben zum 85. Geburtstag Hünermanns am morgigen Samstag (8. März) dankt der Bischof dem Jubilar für dessen Verdienste um Forschung und Lehre. Kollegen und Studierende schätzten Hünermanns augenzwinkernden Humor, der niemals die Ernsthaftigkeit seiner theologischen Arbeit infrage stelle.

Der in Berlin geborene und 1955 zum Priester geweihte Wissenschaftler habe es stets verstanden, die intellektuell neugierigen Studierenden anzusprechen, betont Bischof Fürst. Gestützt auf umfassende Kenntnisse der Theologiegeschichte und mit großer spekulativer Kraft habe der Professor seine Erkenntnisse in einen umfassenden Horizont gestellt, „ohne sich von kurzlebigen Phänomenen treiben zu lassen“. Hünermann lehrte von 1982 bis zur Emeritierung 1997 in Tübingen, davor war er elf Jahre in Münster. Der Gründungspräsident der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie ist mehrfacher Ehrendoktor und lebt in Rottenburg-Oberndorf.

Besonders hebt der Rottenburger Bischof in seinem Brief Hünermanns Forschungen zum Zweiten Vatikanischen Konzil hervor. Der Theologe interpretiere das Konzil als „Ereignis von epochaler Bedeutung, das der Kirche noch wesentlich mehr zu tun aufgibt, als dass es bereits selbst Geschichte wäre“.

Uwe Renz