Irme Stetter-Karp: Integration als Herausforderung für Gesellschaft, Kirche und Caritas

Integrationsarbeit sei eine gesellschaftliche und politische Querschnittsaufgabe, die sämtliche Bereiche des Lebens betreffe. Sie umfasse weit mehr, als die Sozialpolitik. Integrationsengagement sei auch Querschnittaufgabe und Ziel aller kirchlichen Organisationen, betonte die Leiterin der Hauptabteilung Caritas des Bischöflichen Ordinariats der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Teilhabe an der Gesellschaft bedeute für Zugewanderte, dass sie gerechte Chancen für den Zugang zum Arbeitsmarkt bekämen, ihren Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln bestritten und in deutscher Sprache kommunizieren könnten, so die Ordinariatsrätin.

Kirchlich unterstützte Integrationsarbeit trage dafür Sorge, dass Migranten und Einheimischen in Notlagen geholfen werde. Integrierte Hilfesysteme und die

interkulturelle Öffnung der Regeldienste seien hierbei wichtige Elemente, sagte Stetter-Karp. Durch ein breites Angebot von Sprachkursen, Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sowie Begegnungsangeboten werde Neuzuwanderern der Zugang in die Gesellschaft erleichtert. Die Kirche und Caritas treten dafür ein, dass Missstände, die Integration verhinderten oder hemmten, abgebaut oder gar nicht erst aufgebaut werden.

Dass Integration als gesellschaftliche und politische Querschnittsaufgabe von Caritas und Kirchen ernst genommen werden, zeigten die integrationspolitischen Leitlinien, die der Caritasverband anlässlich seines Schwerpunktthemas im Jahr 2006 herausgegeben habe. Die Leitlinien setzten in erster Linie auf Dialog und die Förderung von Identifikation und Solidarität. Kulturelle Vielfalt sei eine zusätzliche Ressource für die Herausforderungen in einer globalisierten Welt. Deshalb fördere die Caritas beispielsweise interkulturelle Standards in Arbeitskonzepten, insbesondere für Geringqualifizierte, und eine Kultur, die „die Vielfalt als Ressource und nicht als Makel bearbeite“. Stetter-Karp wiederholte die Forderung nach einer Bleiberechtsregelung für langjährig Geduldete, da der Schutz von Flüchtlingen die Menschenwürde elementar tangiere.