„Jede Verharmlosung der Verbrechen an den Juden bedeutet eine neue Entehrung und Verhöhnung“

Dies hat Bischof Gebhard Fürst anlässlich des diesjährigen Holocaust-Gedenktags am Dienstag, 27. Januar, betont. Am 3. Januar 1996 wurde dieser Gedenktag durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog in Erinnerung an den 27. Januar 1945 proklamiert, an dem Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau befreit hatten.

„Der ermordeten Juden und ihres Schicksals zu gedenken, das sind wir ihrer Würde schuldig“, betonte Bischof Fürst. „Ebenso muss die Erinnerung an diese schwerste Hypothek unserer deutschen Geschichte und an das furchtbare Erbe des Antisemitismus über Jahrhunderte hinweg auch ein Stachel in unserem Bewusstsein bleiben, um jedem Aufkeimen dieses Ungeists von Anfang an entschieden zu widerstehen“, so Bischof Fürst weiter. Das Zweite Vatikanische Konzil und zuletzt Papst Johannes Paul II. hätten sich auch zur Mitschuld der Christen am Leiden ungezählter Juden bekannt und dafür um Vergebung gebeten. Jede Leugnung und Verharmlosung der Verbrechen an den jüdischen Mitbürgern während der Naziherrschaft bedeute stets neu, sie zu entehren und zu verhöhnen, sagte Bischof Fürst.