„Jeder Christ ist gefordert“

Rottenburg. 28. Februar 2014. Bischof Gebhard Fürst hat die Sozialinitiative der beiden großen Kirchen in Deutschland begrüßt. Das Papier unter der Überschrift „Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft“ benenne die drängenden Probleme wie die Kluft zwischen Kapital und Arbeit, die sich weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich, die Folgen der Umweltzerstörung oder die Herausforderung durch den demografischen Wandel. Leitender Wert für die Bewältigung der Probleme müsse für Christen die Gerechtigkeit sein. „Hier ist jeder Christ und jede Christin gefordert.“

Bischof Fürst rief die Christen dazu auf, sich an der Bewältigung der Zukunft zu beteiligen, auch auf der Website www.sozialinitiative-kirchen.de darüber mit zu diskutieren. Es sei ureigener Auftrag christlicher Gemeinden, in die Gesellschaft heilsam auszustrahlen. Jedem einzelnen Christen sei nach dem Evangelium aufgetragen, sein Handeln in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor seinem Gewissen zu verantworten. „Es fordert heraus zu entscheiden, wo ich mein Geld anlege, welche Politik ich unterstütze, welche Produkte ich kaufe oder wo ich mich engagiere.“ Den Maßstab für Christen bildeten Gerechtigkeit und Solidarität. Dieser Maßstab müsse auch für das Handeln der Kirchen als Institutionen gelten, im Interesse ihrer Glaubwürdigkeit.

Der Bischof sicherte zu, dass seine Diözese ihre Anstrengungen für eine gerechtere Welt ausbauen wolle. Dazu gehöre das Engagement für Flüchtlinge, die aus Not in ihrer Heimat in Deutschland Schutz suchen. Damit verbunden sei ein entschiedener Einsatz für die Entwicklungszusammenarbeit. Die Anstrengungen zum Schutz des Klimas müssten nachdrücklich weiter verfolgt werden im Sinne einer schöpfungsfreundlichen Kirche. Um hierzulande unter gesellschaftlicher Ausgrenzung leidende Menschen zu stärken, muss Bischof Fürst zufolge das Bildungssystem ausgebaut werden. Mit ihren Bildungseinrichtungen und Angeboten für Familien, für arbeitslose Menschen, für sozial Benachteiligte oder für kranke und alte Menschen versuche die Diözese, ihren Beitrag für eine gerechtere Gesellschaft zu leisten.

Uwe Renz