Jeningen-Akten versiegelt nach Rom

Der römische Anwalt Andrea Ambrosi nahm die Akten aus den Händen von Bischof Gebhard Fürst entgegen und reiste mit ihnen in den Vatikan. Dort geht der bereits 1945 eröffnete Seligsprechungsprozess weiter; ein Datum für dessen Ende lässt sich nach dem Urteil der Experten nicht nennen. Zur Eröffnung des Wunderprozesses im Rahmen des Verfahrens hatte Bischof Fürst am 7. November 2011 in Ellwangen ein vom Kirchenrecht vorgeschriebenes Kirchengericht ernannt.

Das Gericht prüfte, ob die medizinisch unerklärliche Heilung eines heute 70-jährigen Mannes als Wunder aufgrund der Anrufung Pater Jeningens bewertet werden kann. Der Mann war in den 1980er Jahren so schwer erkrankt, dass es medizinisch so gut wie keine Überlebenschance gab. Überraschend wurde der Mann aber gesund und konnte bald die Klinik verlassen. Verantwortlicher des Verfahrens ist Bischof Fürst. Er bevollmächtigte den Bischöflichen Offizial Thomas Weißhaar. Beisitzer ist der frühere Bischofssekretär, Pfarrer Holger Winterholer. Postulator, der die Seligsprechung beim Heiligen Stuhl betreibt, ist Anwalt Ambrosi, Vizepostulator der Ellwanger Pfarrer Michael Windisch. Dem Gericht gehören auch mehrere Mediziner an. Es vernahm zwölf Zeugen, wie Weißhaar bestätigte, darunter drei Ärzte des Geheilten. Über Pater Jeningens Seligsprechung entscheiden die vatikanischen Behörden.
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