Jetzt ist es Zeit, um Qualität zu ringen

Dies unterstrich Ordinariatsrätin Irme Stetter-Karp im Interview mit der Stuttgarter Zeitung vom Mittwoch (31. Juli). Als Leiterin der Hauptabteilung Caritas und damit verantwortlich für das Profil und die Weiterentwicklung der Kindergärten und Kindertagesstätten in der Diözese, bewertet Stetter-Karp den zum 1. August geltenden Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für unter 3-jährige Kinder „grundsätzlich positiv“.

Seit 2007 stieg die Zahl der U-3-Plätze in Einrichtungen katholischer Träger in der Diözese um das dreieinhalbfache von 1.346 auf 4.656 Plätze im Jahr 2013 an. Die kirchlichen Träger verantworten einen großen Anteil am Ausbau der Kleinkindbetreuung; ein Drittel aller U-3-Plätze im Südwesten würden von den beiden Landeskirchen und den beiden Diözesen bereit gestellt, so Stetter-Karp.

Gleichzeitig mahnte die Ordinariatsrätin die Verantwortung von Land und kommunalen Spitzenverbänden an, die pädagogische Qualität der Kleinkindbetreuung sicherzustellen. „Wenn es uns jetzt nicht gelingt, nach dem quantitativen Ausbau auch die qualitativen Entwicklungen voranzutreiben, dann ist das nicht im Interesse der Kinder, ergänzte Stetter-Karp. Ein entscheidender Punkt sei die dringende Notwendigkeit, die Freistellung der Einrichtungsleitung gesetzlich zu sichern.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat zur Sicherung der Strukturqualität ihrer Einrichtungen seit 2009 mittlerweile 60 Stellen („Kindergartenbeauftragte Verwaltung“ und „Kindergartenbeauftragte Pastoral“) zur Unterstützung der Träger eingerichtet. Außerdem wurde zur Unterstützung der Kirchengemeinden durch den Diözesanrat im Juli 2012 ein Förderprogramm für Krippen beschlossen: Pro Krippengruppe kann aus diesem insgesamt 18 Millionen Euro umfassenden Fonds ein Zuschuss von 5.000 Euro beantragt werden.

Darüber hinaus investiert die Diözese seit 2008 insgesamt rund 2,5 Millionen Euro in den „Zukunftsfonds Kindergarten“ für die Entwicklung neuer Modelle katholischer Trägern wie beispielsweise die Einrichtung von Familienzentren.

In der Diözese gibt es derzeit insgesamt 903 Einrichtungen mit 2.332 Gruppen in katholischer Trägerschaft. Dort werden insgesamt 45.312 Kinder von 6.414 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Rund 36,5 Prozent der betreuten Kinder haben einen Migrationshintergrund (Stichtag 01.03.2012). In rund 90 Prozent der katholischen Einrichtungen ist inzwischen ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart bildet an acht katholischen Fachschulen für Sozialpädagogik Erzieherinnen und Erzieher aus. Davon sind derzeit über 100 Personen in Praxisintegrierter Ausbildung (PIA). Ab dem neuen Schuljahr kommen weitere 75 Personen dazu.

Allein 2012 investierte die Diözese Rottenburg-Stuttgart ca. 20,4 Millionen Euro der Kirchensteuermittel für den laufenden Betrieb der Kitas, dies entspricht etwa 14,5 Prozent der Kirchensteuerzuweisungen an die Kirchengemeinden.

Manuela Pfann