„Kämpfer für die Armen und Schwachen“

Er war seit Jahren schwer krank. Als Mensch mit Ecken und Kanten habe Adam sich in Kirche und Gesellschaft Respekt als Anwalt vor allem der Migranten und ihrer Familien erworben, betonte Bischof Fürst. Im Caritasverband der Diözese habe er als Vorsitzender des Caritasrates früh und weit blickend Reformen zur Zukunftssicherung des Verbandes durchgesetzt. „Jürgen Adam hat zum Profil unserer diakonisch ausgerichteten Diözese enorm viel beigetragen“, so der Bischof.

Jürgen Adam kam am 6. Januar 1933 in einem evangelischen Elternhaus in Berlin zur Welt und wuchs im sowjetisch besetzten Teil der Stadt auf. Nach seiner Flucht in den Westen absolvierte er nach einer Ausbildung zum Kaufmann das Studium der katholischen Theologie und wurde 1961 in Rottenburg zum Priester geweiht. 1969 trat er die Pfarrstelle in Neuhausen/Filder an, die er über zehn Jahre innehatte. Der damalige Bischof Georg Moser berief ihn 1981 ins Domkapitel nach Rottenburg. Als Domkapitular leitete Adam unter anderem die Sachbereiche Caritas und Sozialwesen, Seelsorge und Sozialarbeit für die Katholiken anderer Muttersprachen und war zuständig für Fragen der Heimatvertriebenen, der Aussiedler, der Migranten, Exilanten und Asylbewerber.
1982 erhielt der Priester vom Papst den Titel eines Ehrenkaplans und 1989 den eines Ehrenprälaten. Adam war zudem in Anerkennung seiner Verdienste um die kroatischen Katholiken Ehrenkanoniker von Sarajewo.

Prälat Adam wird in der kommenden Woche beigesetzt; der Tag ist noch nicht festgesetzt.