Kapitulation vor den nationalen Interessen führender Wirtschafts- und Industrienationen

Zwar hätten sich damit die wenig optimistischen Prognosen im Vorfeld des Gipfels bewahrheitet, so Bischof Fürst, dennoch sei dieses Ergebnis außerordentlich enttäuschend. Es lasse sich nicht als Kompromiss schönreden, dass sich die durch den Klimawandel besonders betroffenen Armutsregionen in den Entwicklungsländern und die auf Grund ihrer geographischen Lage extrem gefährdeten Küstenanrainer und Inselstaaten nach wie vor auf keinerlei rechtlich bindende Vereinbarungen verlassen könnten. Und von den Hypotheken, die die heutige Menschheit zu Lasten künftiger Generationen aufnehme, sei nicht das Geringste abgetragen worden. „Wir haben nur diese eine Erde, und die für ihr Wohlergehen Verantwortlichen lassen sie sehenden Auges einer globalen Katastrophe zutreiben“, sagte Bischof Fürst.

Die Bundesregierung sei jetzt gefordert, ihr internationales Gewicht vorbehaltlos in die Waagschale zu werfen, damit der derzeit gefundene Minimalkonsens die verantwortungsbewussten Politiker zu unverzüglichen weiteren Anstrengungen aufrüttle. Zum anderen müsse auf nationaler Ebene sowie auch im kleinräumigen Verantwortungsbereich einzelner Institutionen und Privatpersonen der Resignation entgegengewirkt werden. Jede einzelne Initiative für den Klimaschutz habe ihre positiven Auswirkungen und sei jetzt nötiger denn je. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart werde die umfangreichen Maßnahmen und motivierenden Impulse im Rahmen ihrer Klima-Initiative jetzt mit noch größerem Nachdruck fortsetzen, betonte Bischof Fürst.

Dr. Thomas Broch