Katholische Schule: „Kirche auf Augenhöhe mit der Zukunft“

Die Stiftung, in die die weit über 100 Jahre alte traditionsreiche Stiftung „Elisabethenpflege“ eingeht, wird künftig die Trägerin der Katholischen Freien Vinzenz-von-Paul-Schule Schönebürg, einer Sonderschule für Erziehungshilfe, sein.

Bildung im christlichen Verständnis, so Bischof Fürst, sei „die Ausformung des Bildes Gottes im Menschen“. Die Begegnung Gottes mit dem Menschen, wie sie an Jesus Christus deutlich werde, sei das „Vor-Bild unseres Bildungsverständnisses“. Der christliche Glaube liefere „Maßstäbe, Reibungsflächen und Eckpunkte, an denen sich das Handeln einer Persönlichkeit heranbilden“ könne. Dass das Ziel einer so verstandene Bildung eine am Mitmenschen orientierte Persönlichkeit sei, machte Bischof Fürst am Beispiel der heiligen Elisabeth von Thüringen, der Namensgeberin der Stiftung deutlich, ebenso an dem französischen Sozialheiligen Vinzenz von Paul, dem Patron der Schule. Christliche Bildung und Erziehung bedeutet nach den Worten des Bischofs: „Da wo wir für andere Leben möglich machen, da leben wir selbst. Da zeigen wir anderen Räume des Lebens und finden so unser Leben.“ Die Vinzenz-von-Paul-Schule in Schönebürg, eine Grund-, Haupt- und Förderschule, sei im „ganz konkreten Sinn ein Leben schaffender Ort des Dienstes der Kirche am Menschen“. Sie sei auch ein „pastoraler Ort“, an dem Kinder die „Kirche auf ihrer Augenhöhe, offen für ihre Sorgen, ihr Suchen und Fragen“ erleben könnten, sagte Bischof Fürst.

Beim anschließenden Festakt zur Stiftungsgründung sprach Bischof Gebhard Fürst mit Bezug auf den derzeit in Berlin stattfindenden Bildungsgipfel von einem „Bildungsgipfel aus christlichem Geist“ für die nähere und weitere oberschwäbische Umgebung Die Diözese Rottenburg-Stuttgart habe die katholischen Schulen stets als „integrale Orte des Dienstes der Kirche am Menschen“ betrachtet und gefördert. Durch die ständige und lebendige Beziehung zu Kindern und Jugendlichen sei die Kirche hier „auf Augenhöhe mit der Zeit“, ja „auf Augenhöhe mit der Zukunft“. Das schulische Engagement der Kirche gehöre zentral zum „missionarischen Grundauftrag der Kirche“, betonte der Bischof. Das Bildungskonzept der katholischen Schulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, wie es im „Marchtaler Plan“ grundgelegt sei, betrachte „die Einheit zwischen Glauben und Handeln, zwischen Theorie und Praxis, zwischen Lehre und Leben als einzig glaubwürdigen und einzig tragfähigen Weg“, so Bischof Fürst.