Kehrt um von euren falschen Zukunftsängsten

Gott sei auf der Seite derer, die mit Blick auf Gottes Zeit lebten, einer Zeit von Recht und Hilfe und von Solidarität durchdrungen. Diese Menschen gestalteten ihr Leben deshalb anders, Recht schaffend und hilfreich den Schwachen. „Weil Gott, der Gerechte, der Helfer, der Retter, nahe ist, deshalb können wir uns zu dieser neuen Zeit hinkehren und aus ihr im Heute leben und Verantwortung übernehmen.“ Wir können Menschen werden, sagte der Bischof, die aus dem Advent, aus der Ankunft der Zukunft in Gott lebten. „Wir glauben, dass in Jesus Christus dieser neue machtvolle Mensch Einzug gehalten hat in die Welt, der machtvolle und gottvolle Mensch, der Recht schafft und den Menschen ein Helfer ist. Heute steht er wieder vor der Tür und lädt uns ein, ihn in unserem Herzen groß werden zu lassen.“

Uns sei die Verantwortung für Mensch und Welt von Gott ins Herz und in die Hände gelegt. Wir sind dabei nicht ratlos und verlassen, so Bischof Fürst. Als Lebensmodell könne uns Jesus Christus mit seinem Reden und Handeln dienen: „Leben für die ‚Lebenlosen’, für die Ausgegrenzten Gemeinschaft, den Verurteilten Liebe, den Verletzten Heilung, den Verirrten Licht, den Angstvollen Mut“. Glaubensmodell könne Jesu unendliches Vertrauen auf den Abba-Gott sein. „Wo dieses Beispiel Schule macht unter uns, da geschieht mitten in unserer Welt, in ihren Bedrohungen, Fragwürdigkeiten und Schrecklichkeiten der Advent Gottes: Advent Gottes durch eine Gemeinschaft von Christen, Advent Gottes durch Christen in unseren Kirchen“, so Bischof Fürst in seiner Predigt. Advent geschehe, wo jeder und jede, wo unsere Gemeinden, Gemeinschaften und Kirchen in Jesu Geist handelten.

Die Adventszeit sei die exemplarische Zeit für die Menschen, in der sie Christsein einüben könnten, indem sie hören, was Gott spricht, und sehen, wie er am Menschen gehandelt hat. Es gelte, das eigene Leben danach auszurichten. Adventlich leben heiße, den Ruf nach Umkehr in sich aufkommen zu lassen. Es bedeute auch, sich auf das weihnachtliche Ereignis zu besinnen, dass Gott herabgestiegen und Mensch geworden ist. Das sei die schier unglaubliche, augenscheinliche und handgreifliche Antwort Gottes auf die Fragen unserer Welt, so der Bischof. „Fleisch und Blut geworden ist, wie Gottes Antwort auf unsere menschliche Situation aussieht.“

Gott als eigentlicher Hausherr habe uns alle Verantwortung übertragen, damit wir mit Blick auf ihn und die Menschen, die Hilfe brauchen, handeln. Auch schwierige Situationen können wir meistern und über unsere Möglichkeiten hinauswachsen, weil wir die Gewissheit haben, dass sich am Ende der Geschichte das durchsetzen wird, was Gott in Jesus Christus begonnen hat. Bischof Fürst: „Weil wir so eine zugesagte Aussicht haben, können wir in unsere Alltage mit Vertrauen hineingehen, jede und jeder an seinem Platz, mit seinen Talenten und Fähigkeiten. Gott ist mit uns und für uns da und bei uns alle Tage unseres Lebens.“