Keine Ungleichbehandlung bei der Bezahlung von Frauen und Männern

Dies hat das Statistische Bundesamt in einer über die Agenturen verbreiteten Mitteilung im Vorfeld des „Equal Pay Day“ am 23. März festgestellt. Laut Statistischem Bundesamt liegt der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen im vergangenen Jahr um 23 Prozent niedriger als bei Männern.

Eine solche Ungleichbehandlung treffe für kirchliche Anstellungsverhältnisse nicht zu, betonte Bischof Fürst. Sowohl im Zuständigkeitsbereich der Bistums-KODA („Kommission zur Ordnung des diözesanen Arbeitsvertragsrechtes im kirchlichen Dienst“) als auch in dem der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes, den AVR („Richtlinien für Arbeitsverträge in den Einrichtungen des Deutschen Caritasverbandes“) gebe es in der Bezahlung von gleich qualifizierten Frauen und Männern bei gleicher Tätigkeit in den entsprechenden Entgeltgruppen keinerlei Unterschiede, betonte Bischof Fürst.

Ein nicht zu übersehendes Problem bestehe allerdings darin, so der Bischof, dass viele Stellen in den unteren Einkommensgruppen – etwa im Sekretariatsbereich - von Frauen besetzt seien, aus familiären Gründen oft mit Teilzeitverträgen. Es gehöre daher zu den wichtigen Prinzipien der Diözese Rottenburg-Stuttgart, durch geeignete Maßnahmen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stetig zu verbessern. Die bereits dreimal erfolgte Zertifizierung der Bischöflichen Kurie im Rahmen des Audits „berufundfamilie“ der Hertiestiftung bestätige sie in diesen Bemühungen. Eine erhebliche gesamtgesellschaftliche Herausforderung liegt nach Aussage von Bischof Fürst darin, dass sich die mehrheitlich von Frauen ausgeübten Berufe etwa im Pflegebereich in niedrigen Lohnsektoren befinden. Die Gehälter im kirchlichen und karitativen Bereich seien auf Grund von Familienkomponenten im Durchschnitt allerdings besser als im Öffentlichen Dienst oder in weiten Teilen des privatwirtschaftlichen, nicht tarifgebundenen Sektors – ein Umstand, der bei der Kofinanzierung durch kommunale Stellen oft zu Problemen führe.

Es sei seit Beginn seiner Amtszeit sein Bemühen gewesen, in der Diözese vermehrt Frauen mit Führungsaufgaben zu betrauen, erklärte Bischof Fürst. So seien etwa drei Frauen als Hauptabteilungsleiterinnen Mitglieder der so genannten Sitzung des Bischöflichen Ordinariats, des Leitungsgremiums der Diözese, eine weitere Frau in Leitungsposition sei beratendes Mitglied.

Beim Vergütungsverhältnis zwischen Frauen und Männern im Dienst der Diözese könne man nicht von einem Ungleichgewicht sprechen, so der Bischof. Von den rund 2.760 Angestellten der Diözese seien über ein Viertel in Entgeltgruppen EG XII und höher. Rund 55 Prozent davon seien Männer, etwa 45 Prozent Frauen. Es sei allerdings im Rahmen des derzeit erfolgenden Dialog- und Erneuerungsprozesses in der Diözese Rottenburg-Stuttgart sein entschiedenes Anliegen, dass auf den verschiedenen Ebenen der Diözese noch mehr Frauen in Führungs- und Verantwortungspositionen berufen werden, betonte Bischof Fürst.