Kennzeichen für eine Gemeinde der Zukunft

In einer Gesellschaft, in der Gott nicht mehr vermisst werde, müsse die Frage nach Gott in den Gemeinden lebendig gehalten werden und „Gott selbst als etwas Beglückendes hinausstrahlen“, sagte Weihbischof Kreidler.

Barmherzigkeit sei das zweite Stichwort für das künftige Profil einer Gemeinde, so der Weihbischof. „Utopische Lösungen einer fehlerfreien Kirche und Gemeinde zu versuchen“, sei „reine Energieverschwendung“. An einem ausschließlichen Perfektionsanspruch müsse man verzweifeln. Gemeinden müssten ebenso Orte sein, „die das Wort Willkommen ausstrahlen“ und so „zu bedeutenden Alternativen in einer oft kalten Gesellschaft“ werden. Dies bedeute, für Menschen einzutreten, „die nicht oder nicht mehr selbst sehen können, wo sie bleiben“, betonte Weihbischof Kreidler.

Die Schwalldorfer St.-Andreas-Pfarrei, ursprünglich zu der Muttergemeinde Dettingen bei Rottenburg gehörig, ist seit 2. März 1507 eine selbständige Pfarrei. Weihbischof Kreidler wies darauf hin, dass zu der „bewegten Geschichte“ der Schwalldorfer Kirchengemeinde auch das Wirken des Pfarrers und Künstlers Franz Egger gehöre, dessen 150. Geburtstag sich am 6. September gejährt hatte, ebenso das Wirken des Bürgermeisters Lukas Jungel. Beide waren als Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in der Kerkerhaft bzw. an deren Folgen gestorben. Ein Gedenkstein vor der Schwalldorfer Kirche erinnert an sie.