Kilian als Vorbild einer missionarischen Kirche

Kilian wurde vom Papst ausgesandt, um den Germanen den christlichen Glauben zu bringen. Doch er brachte auch Kenntnisse in Ackerbau, Holzwirtschaft und Viehzucht mit. So war vor über 1.000 Jahren die Mission in Germanien immer mit Kultivierung und Zivilisierung verknüpft. Der Bischof hob besonders den Mut und Entschlossenheit Kilians hervor und „die Bereitschaft, sich auf vorhandene Bedingungen einzulassen, aber zugleich auch das ernsthafte und nachhaltige Bemühen, den eigenen Glauben und die Kultur des Christentums weiter zu tragen.“ Die ansteckende Weise, missionarisch im Volk tätig zu sein und Inkulturation für das Christentum und seine Kultur zu leisten, sei heute mehr denn je der angezeigte Weg für die Kirche. Heute könne man nicht mehr einfach von einer Volkskirche ausgehen. Vielmehr müsse sich die Kirche in eine missionarische Kirche im Volk wandeln. Das müsse auch Konsequenzen für die Gestaltung einer kirchlichen Schule haben.

Die Glaubenden seien in die Welt und zu den Menschen gesandt. Beim Bemühen in der Welt christlich zu leben und zu handeln, könnten Heilige wie Kilian Anstoß und Orientierung bieten, so Bischof Fürst. Der iroschottische Mönch sei aufgebrochen, um missionarisch Zeugnis abzulegen und Menschen von der Frohen Botschaft zu überzeugen. „Er trat ein für seine Überzeugungen und setzte letztlich sogar das eigene Leben ein, um als Märtyrer die Wahrheit Jesu Christi zu bezeugen“, sagte der Bischof. Kilian sei so ein „sprühender Funken Gottes“ geworden, der auch heute anstiften und anzustecken vermöge. Der Bischof mahnte: „Wenn wir nicht intensiver an die Grenzen der Kirche gehen, werden wir immer mehr wirkungslos und echolos auf uns zurück geworfen.“ Christlicher Glauben und christliches Handeln seien Salz der Erde und Licht für die Welt. Die Namensgebung des neuen Bildungszentrum St. Kilian in Heilbronn sei eine besondere Verpflichtung und Chance zum missionarischen Aufbruch.

Kilian lebte in einer Zeit der ungeteilten Christenheit und mahne die heutigen Christen, noch entschlossener die trennenden Unterschiede der Konfessionen anzugehen. „Auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens, und etwa auch an der Schule, im Unterricht und darüber hinaus, sollte eine selbstverständliche ökumenische Kultur des Dialogs und der Zusammenarbeit gefördert werden“, sagte Bischof Fürst. Die Ökumene müsse die grundlegende Dimension des Christseins sein. „Um der Glaubwürdigkeit des Evangeliums willen sollen die Kirchen ihr Zeugnis gegenüber der Öffentlichkeit zunehmend gemeinsam abzulegen“, so der Bischof von Rottenburg-Stuttgart in Heilbronn.
Das Schulzentrum an der John-F.-Kennedy-Straße 21 soll im Frühjahr 2007 bezogen werden. Träger ist die Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart.