Kind in der Krippe lehrt Friedensethik

Rottenburg. 25. Dezember 2015. Christen sind nach den Worten des Rottenburger Bischofs Gebhard Fürst „dort bei ihrer Sache, wo durch sie Frieden und Versöhnung in die Welt kommt“. In der Predigt im Gottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag (Freitag) betonte der Bischof in der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard, das Friedensprogramm Gottes erweise sich von Beginn an in der Geburt des Gottes- und Menschensohns Jesus Christus in der Schutzlosigkeit im Stall von Bethlehem. „Mitten in der Welt ist die Krippe aufgestellt“, betonte der Bischof, „mitten in der Geschichte der Menschheit ereignet sich die Geburt des Friedensstifters.“

Bischof Fürst erinnerte an Terror und Krieg in vielen Ländern der Welt, vor allem derzeit in Irak und Syrien. Dort regiere weithin das Schwert, brächten Terrormilizen Tod und Verderben über die Menschen. Die gequälten Menschen sehnten sich nach Frieden und Heil. Der in Weihnachten wurzelnde christliche Glaube setze Hoffnung gegen Verzweiflung, Frieden gegen Hass und Gewalt. „Das wehrlose Kind in der Krippe lehrt eine Ethik des Friedens“, sagte der Bischof. Entschieden habe Jesus Gewalt abgelehnt und befohlen, das Schwert stecken zu lassen. Christsein heute bedeute, unermüdlich und scheinbar gegen alle Hoffnung Frieden zu stiften. Die Botschaft des Weihnachtsfestes stehe als Initialzündung für den Frieden am Beginn des Christseins, so der Bischof. Die mit Weihnachten begonnene Initiative Gottes auf die Menschen hin könne Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit stillen.