„Kirche auf dem Weg braucht eine gemeinsame Spiritualität des Miteinander.“

In den tiefgreifenden Veränderungsprozessen, die die Gesellschaft und die Lebensumstände der Einzelnen ebenso wie die Kirche betreffen, bedürfe es einer „gemeinsamen Spiritualität des Miteinander als Kirche“, betonte der Bischof. Kirche sei eine „pilgernde Kirche“, so Bischof Fürst, eine „Weggemeinschaft der Hoffnung und der Freude in der Menschheitsfamilie“. Strukturelle Reformen könnten nur sinnvoll sein und fruchtbar werden, wenn sie vom „geistlichen Grundverständnis einer Kirche unterwegs“ getragen seien. Das Zweite Vatikanische Konzil habe diesen Gedanken des „pilgernden Gottesvolkes“ in das Zentrum seiner Kirchentheologie gestellt.

Die „Wegbeschreibung“ dafür sei vom Beginn der Kirche an und zu allen Zeiten „der Weg Jesu selbst“, schreibt der Bischof unter Berufung auf das Jesus-Wort: „Ich bin der Weg“ (Johannesevangelium 14,6). Dieser Weg Jesu sei „ein konsequenter Weg der Liebe“. „In der Spur Jesu haben daher die Verlorenen unserer Zeit in der Kirche ihren besonderen Platz: die materiell Armen ebenso wie die seelisch Obdachlosen, die, die in der Gesellschaft zurückbleiben oder aus ihr herausfallen ebenso wie die, die in Einsamkeit und Anonymität leben“, heißt es in dem Fastenhirtenbrief. Kirche auf dem Weg sei „immer auch karitative, diakonische Kirche“. In der tätigen Liebe gerade zu den „Verlorenen“ erweise sich die Kirche als glaubwürdige und im recht verstandenen Sinn missionarische Kirche, betont Bischof Fürst.

Seine „Formung“ erhalte dieser Weg der Kirche durch die Eucharistie, in der für die Glaubenden „die liebende Zuwendung Gottes in Jesus Christus“ gegenwärtig sei. In einer „auf Jesus Christus ausgerichteten Weise“ könne hier erfahren werden, so der Bischof, was es bedeute, miteinander unterwegs zu sein.