Kirche heute braucht ein „hörendes Herz“

Rottenburg/Stuttgart. 28. Mai 2014. „Wir brauchen in der Kirche eine neue Aufmerksamkeit für die Situation von Menschen in Armut, Not und Ausgrenzung“. Davon zeigte sicher der Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki bei einem Vortrag am Mittwoch in der Akademie der Diözese in Stuttgart-Hohenheim überzeugt.
Es gelte, die Gemeindekonzepte zur Seelsorge, Verkündigung und Diakonie daraufhin zu überprüfen, ob sie offen seien für Arme und Notleidende und ob sie ihnen eine Heimat bieten könnten.

„Vorbilder wie Papst Franziskus oder Mutter Teresa stellen uns in Frage, ihr Anspruch ist hoch. Was heißt es, Kirche der Armen zu sein?“, fragte der Vorsitzende der Kommission Caritas der Deutschen Bischofskonferenz. Diese Frage führe zum Kern der christliche Botschaft, der Nächstenliebe: „Kirche ohne Caritas ist nicht Kirche“, sagte Woelki. Ein „hörendes Herz“ sei dabei eine zentrale Voraussetzung, damit die Kirche ihrer Berufung zur Diakonie nachkommen könne.

Rainer Maria Kardinal Woelki war auf Einladung der Mutter Teresa Stiftung der Diözese nach Stuttgart gekommen. Die Veranstaltung stand unter dem Titel: „Armut: Ideal und Fluch. Herausforderung für die Kirche und ihre Caritas!“

„Im Thema Armut sehen wir eine essenzielle Fragestellung gerade für uns als Christen und gleichzeitig eine gesellschaftspolitische Entwicklung, die unsere ganzen Sinne fordert“, sagte die Leiterin der Hauptabteilung Caritas der Diözese, Irme Stetter-Karp, gleichzeitig Vorstand der Mutter Teresa Stiftung

Die Mutter Teresa Stiftung wurde 2008 von Bischof Gebhard Fürst als Stiftung des öffentlichen Rechts errichtet. Stiftungszweck ist die Stärkung des kirchlich-karitativen Profils der Einrichtungen und Dienste der Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Manuela Pfann