Kirche im Herzen der Stadt

In einem ökumenischen Gottesdienst am Samstag bezeichnete Kreidler die City-Kirche als „Oase, wo Platz ist für Begegnung und wo man die Einladung zum Aufatmen spürt, mitten im bunten Treiben der Stadt, mitten im angespannten und sich immer schneller beschleunigenden Rhythmus der Berufswelt und der Dienstleistungen“. Hier, so Kreidler, ereigne sich „Kirche im Herzen der Stadt“. In der City-Kirche seien Menschen eingeladen, miteinander unterwegs zu sein und miteinander reden zu können. Vorbild sei „der mitgehende Jesus – ein Bild, wie Menschen miteinander Leben teilen können“.

Als „Kirche, die an der Zeit ist, Kirche mitten unter den Menschen“ bezeichnete der Rottenburger Weihbischof nach dem Gottesdienst in einem Grußwort die City-Pastoral, die in Reutlingen in einem Projekt in ökumenischer Trägerschaft unter Einbindung der BruderhausDiakonie geleistet wird. Kreidler dankte namentlich der evangelischen Pfarrerin Sabine Drecoll und der katholischen Pastoralreferentin Ulrike Neher-Dietz sowie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement. Hier zeige sich Kirche „anders als gewohnt, doch ganz evangeliumsnah“, sagte Weihbischof Kreidler. Viele Menschen warteten darauf, „dass Christen eingefahrene Gewohnheiten und Machtansprüche aufgeben und dienend, das heißt als Menschen, füreinander da sind“; sie warteten darauf, „dass Christen mit ihnen gehen und nicht an ihnen vorbei“. Es gehe um eine einladende, offene Atmosphäre, so Kreidler, um „Zeichen, die die unverfügbare Transzendenz erfahrbar machen“. Manchmal könne man die innere und äußere Not anderer Menschen nicht grundlegend verändern, sondern lediglich „freundschaftlich, nachbarschaftlich die Not mit aushalten“. Doch zeige sich so „das Lebensmodell der Inkarnation: Gott als Mensch unter Menschen“. Kirche im Herzen der Stadt, das bedeute, eine Mensch werdende Seelsorge zu praktizieren, sagte der Weihbischof.