"Kirche verändert sich - Ich bin dabei"

Rottenburg/Freiburg. 3,3 Millionen Katholikinnen und Katholiken in Baden-Württemberg sind am Sonntag zur Wahl ihrer Kirchengemeinderäte (Diözese Rottenburg-Stuttgart) beziehungsweise Pfarrgemeinderäte (Erzdiözese Freiburg) aufgerufen. In Rottenburg-Stuttgart werden unter dem Leitwort „Kirche verändert sich – ich bin dabei“ für fünf Jahre 10.000 Personen für mehr als 1.000 Gemeinden gewählt. Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung in der württembergischen Diözese bei 25 Prozent. In den 224 Seelsorgeeinheiten des Erzbistums Freiburg mit 1.184 Stimmbezirken sind insgesamt 4.471 Sitze zu vergeben.

Bischof Fürst: Kirchengemeinderat „wichtige Basis des kirchlichen Lebens“

Die Gremien entscheiden in rechtlichen, finanziellen und pastoralen Fragen auf Ebene der Kirchengemeinde beziehungsweise Seelsorgeeinheit. Katholiken ab 16 Jahre, die seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in derselben Kirchengemeinde haben, wählen das Gremium. Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst motivierte zur Teilnahme an der Wahl: „Nicht nur unsere Kirche, auch unsere Gesellschaft braucht verantwortungsbewusste Katholiken, die sich vor Ort für das Gemeinwohl engagieren. Ehrenamtliche und Hauptberufliche, Laien und Priester, Frauen und Männer aus unterschiedlichen familiären Situationen und mit verschiedensten Berufen tragen im Kirchengemeinderat ihre Kompetenzen zum Wohl aller bei. Das ist ein großer Schatz für unsere Kirche und eine wichtige Basis des kirchlichen Lebens in unserer Diözese.“
Der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart rief die Katholiken in Württemberg ebenfalls auf, an der Wahl teilzunehmen. Sie sei eine Chance, Kirche vor Ort mitzugestalten. „In der Diözese Rottenburg-Stuttgart liegen Haushaltshoheit, pastorale Beratungsfunktion und Vertretung des Kirchenvolks in einer Hand. So hat der Kirchengemeinderat viel Verantwortung und echte Gestaltungsspielräume“, heißt es in dem Wahlaufruf. Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn betonte: „Eine hohe Wahlbeteiligung stärkt den gewählten Persönlichkeiten den Rücken und ist ein Signal, dass den Gläubigen die Entwicklung ihrer Kirche am Herzen liegt.“

Erzbischof Burger: „Unterstützen Sie die Kandidaten durch Ihre Stimme“

Auch der Freiburger Erzbischof Stephan Burger ermunterte die 1,7 Millionen Katholikinnen und Katholiken in Baden und Hohenzollern, am Sonntag zur Wahl zu gehen: „Gemeinsam haben wir die Möglichkeit, Kirche zu gestalten. Bitte machen Sie Gebrauch von Ihrem Wahlrecht: Gehen Sie am 14. und 15. März in Ihrer Gemeinde oder Seelsorgeeinheit wählen oder nutzen Sie die Möglichkeit der Briefwahl.“ „Gib der Kirche dein Gesicht und deine Stimme“ – unter diesem Leitwort steht in der Erzdiözese Freiburg die Wahl der Pfarrgemeinderäte. Im Wahlaufruf von Erzbischof Burger heißt es: „Unterstützen Sie die Kandidatinnen und Kandidaten durch Ihre Stimme.“

Nach Überzeugung von Papst Franziskus müssen die Kirchengemeinden „wirklich in Kontakt mit den Familien und dem Leben des Volkes“ stehen, um Kirche am Ort zu sein (Evangelii Gaudium 27). Daher gelten die Kirchen- und Pfarrgemeinderäte als Fundamente der Gemeinden. „Ehrenamtliche und Hauptberufliche, Laien und Priester, Frauen und Männer aus unterschiedlichen familiären Situationen und mit verschiedensten Berufen lenken gemeinsam die Geschicke der Gemeinden.“ Die Kirche brauche „kluge, weitblickende, teamfähige Katholiken und Katholikinnen, die das kirchliche Leben vor Ort koordinieren und die Zukunftsideen für unsere Kirche haben“.