Kirche vor sich selbst bewahren

hrlich stattfindenden Diakonentag der Diözese Rottenburg-Stuttgart unter dem Leitwort „Berufen zur Caritas“. Schwierig werde eine solche Haltung, wenn dadurch die Armen aus dem Blick gerieten, „was um so leichter geschieht, da sie ja eh schon am Rand von Kirche und Gesellschaft stehen“. Kirche sei nur Kirche, wenn sie sich auf den Weg mache zu den Armen. Sie verliere sonst ihre Existenzberechtigung, so Scharfenecker.

Diakone hätten mit Blick auf diese Herausforderung einen besonderen Auftrag, betonte der Domkapitular. Sie seien eine unverzichtbare Größe in der Seelsorge und hätten die Aufgabe, „die Kirche vor sich selber zu retten und davor zu bewahren, dass sie für die Welt schlicht weg überflüssig wird“. Würden die Armen für die Kirche zur vernachlässigbaren Größe, werde die Kirche zur vernachlässigbaren Größe für die Welt. Der Auftrag christlicher Gemeinden laute, sich im Glauben und getragen vom Gebet den Menschen hinzuwenden, sie zu stärken und zum Leben zu ermutigen. Menschen empfinden laut Scharfenecker ein Leben voller Überforderungen und Überlastungen als lebensfeindlich. Für die christlichen Gemeinden gelte es also, die Botschaft von der Zuwendung Gottes zu den Menschen spürbar werden zu lassen. Dazu müsse diese Botschaft in den Christen und ihren Gemeinden leben, so Scharfenecker.