Kirchenkrise ist Kairos für Erneuerung

r selbst werde sich mit dem Beistand des Gottesgeistes und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit allen Kräften um diese Erneuerung mühen und entsprechend verantwortlich handeln. Viele Erwartungen und Wünsche seien offen, so der Bischof; man müsse mit ihnen aufmerksam, verantwortungsvoll und sorgsam umgehen.

Den fünf Neupriestern wünschte Bischof Fürst, dass sie sich in ihrem künftigen Dienst nicht als Einzelkämpfer erfahren. Dazu erbat er von den Gläubigen, die der Feier beiwohnten, mehr Wertschätzung der Priester, auch gegenüber ihrer zölibatären Lebensform. Die Ehelosigkeit der Priester sei ein Zeichen, dem widersprochen werde, dessen sei er sich bewusst. Dennoch wolle er sie nicht missen, betonte der Bischof. Denn sie sei auch ein unübersehbares Zeichen dafür, dass Menschen „um Gottes willen in der Spur Christi“ für die Menschen da sein und ihnen nahe sein wollten, auch in den dunkelsten und verlorensten Stunden des Lebens. Solche Menschen gebe es viel mehr, als „das Hochglanzdesign unserer Gesellschaft“ vermuten lasse.

Mit der Priesterweihe legten die fünf Männer, die bislang Diakone waren, ihr Diakone-Sein nicht ab, so Bischof Fürst. Auch als Priester seien sie Diakone einer diakonischen Kirche, die mit ihrem ganzen Herzen und mit aller ihnen zur Verfügung stehenden Kraft für die Menschen da sein wollten. Damit sie diese Lebensform glaubwürdig leben könnten, seien sie auf den Beistand Gottes und auf die Wertschätzung der Mitmenschen angewiesen.

Zugleich rief der Bischof die Kirche zur Demut auf, die jedem selbstgerechten Klerikalismus widerspreche. Er zitierte den Apostel Paulus mit dem Wort: „Wir tragen unseren Schatz in zerbrechlichen Gefäßen“, und fügte hinzu, auch Priester blieben schwache Menschen, die oft hinter ihrer großen Berufung zurückblieben, sich Kritik gefallen lassen müssten und der Vergebung Gottes und der Mitmenschen bedürften. „Nur mit Blick auf den dienenden Christus und auf die erniedrigten Opfer der vielen bösen Geschichten, die es in unserer Welt gibt, kann ein Priester Priester sein“, betonte Bischof Fürst. „Andernfalls verfehlt er sein Amt.“

Die fünf Neupriester sind Michael Bartzik (33) aus Neckarsulm, Tobias Freff (28) aus Wangen im Allgäu, Wolfgang Jäger (54) aus Reutlingen, Rolf Kurz (45) aus Wasseralfingen und Tuan Anh Le (27) aus Aldingen.