Kirchliche Einrichtungen müssen erhalten bleiben

Schon der missionarische Erfolg der jungen Kirche hatte vor ca. 2000 Jahren seinen Ursprung in der diakonischen Dimension des Christentums, betonte Fürst. Die Zuwendung zu den Armen, den Kranken, den Witwen und Waisen gehörte zum Christ sein dazu. Mit der diakonischen Tat überzeugten die frühen Christen die Menschen, bei denen es damals keine Ethik der Barmherzigkeit gab. Die Kirchenväter stellten denn auch Jesus oft als Arzt dar und die Kirche als Klinik. Heil und Heilung, jenseitiges und diesseitiges Wohlergehen gehören damals wie heute zusammen, so der Bischof.

Schon früh entwickelte sich in der Kirche aus der Idee der Barmherzigkeit die institutionelle Hilfe für Bedürftige. Dazu kam die Werbung um Mitwirkung. Jeder Christ war aufgerufen karitativ tätig zu werden. Orte der Diakonie waren die Gemeinden, aber auch bald eigene karitative Einrichtungen.

Von kirchlichen Krankenhäusern oder Sozialstationen etwa gehe auch heute eine missionarische Wirkung aus. Dabei sei nicht die Bekehrung das Ziel des Handelns, sondern der Mensch. Die Notsituationen lösten oft Fragen nach dem Sinn im Leben aus. In der karitativen Zuwendung könnten die Notleidenden den christlichen Glauben als eine Antwort erfahren. Die Orte der Caritas, sagte Bischof Fürst, würden damit zu Orten, an denen man konkret christliche Werte erleben kann. Auch angesichts der Ökonomisierung des Sozialen sollten die karitativen Einrichtungen der Kirche erhalten bleiben.

Das Diözesane Ethikforum wurde vor fünf Jahren von Bischof Gebhard Fürst ins Leben gerufen. Es dient den 20 Vertretern sozialer Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft und des Bischöflichen Ordinariats zum Austausch über aktuelle ethische Fragestellungen. Pränatale Diagnostik, die Ökonomisierung des Sozialen oder das Sterben in Würde waren Themen der vergangenen elf Treffen.