Kirchliche Jugendreisen – Angebote für die Sinnsuche junger Menschen

Dies hat Bischof Gebhard Fürst bei einem ökumenischen Empfang der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Evangelischen Landeskirche in Württemberg auf der Touristikmesse CMT in Stuttgart betont. Beide Kirchen unterhalten seit Jahren einen gemeinsamen Stand auf der CMT, der in diesem Jahr dem Schwerpunktthema „Kirchliche Jugendreisen“ gewidmet ist.

Bei verkürzten Schulzeiten und zunehmend verdichtetem Lernstoff erhielten die Ferien für Kinder und Jugendliche immer mehr Bedeutung, sagte Bischof Fürst. Heute stünden aber bei vielen nicht mehr nur „die drei S für Sommer – Sonne – Strand“ im Vordergrund, sondern mit einem „vierten S für Sinn“ verbinde sich das Bedürfnis der jungen Menschen, neue Seiten an sich selbst zu erspüren. „Jugendliche wollen sich selbst erfahren, wenigstens eine Zeit lang anders leben, Neues ausprobieren“, so Bischof Fürst weiter. Kirchliche Jugend- und Freizeitreisen zeigten vielfältige Formen einer sinnvollen Freizeitgestaltung. Die Kirchen seien auch in der Pflicht, Jugendlichen, die nach Orientierung suchen, qualitätvolle Angebote zu machen, unterstrich der Bischof. Hier erlebten Jugendliche die Kirchen nicht als „abstraktes System“, sondern „als personales Angebot, wo Menschen sich Zeit für sie nehmen und auf sie eingehen“.

Sinnerfahrung bedeute es für zahlreiche Einzelkinder auch, die „sichere Kleinfamilie zu verlassen und sich in neuen, unbekannten Gruppen zu bewegen“. Das heiße, Rücksicht nehmen und Konflikte lösen zu müssen, aber auch die eigenen Bedürfnisse geltend zu machen, betonte Bischof Fürst. Nicht zuletzt gehöre es auch zum Selbstverständnis der Kirchen, jungen Menschen aus finanziell schlechter gestellten Familien hoch qualitative Reise- und Freizeitmöglichkeiten zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Daher gebe es bewusst auch Angebote in Deutschland und in der näheren Umgebung. Aber die Nachfrage zeige, so der Bischof, „dass ein Zeltlager am Bodensee nicht weniger Abenteuer, Spaß und Gemeinschaft bieten muss als Reisen ins ferne Ausland“.