Gottesdienst

Kirchliche Sterbebegleitung als Lebenshilfe

Bischof Dr. Gebhard Fürst. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart/Felix Kästle

Bischof Fürst und Landesbischof July feierten einen ökumenischen Gottesdienst zum Abschluss der „Woche für das Leben“.

Bischof Dr. Gebhard Fürst von der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der württembergische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July haben in der Ellwanger St. Vitus-Basilika einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Zum Abschluss der „Woche für das Leben“ unter dem Thema „Leben im Sterben“ nannte Landesbischof July in seiner Predigt die kirchliche Arbeit in den Palliativkliniken, Hospizen, Beratungszentren sowie das Engagement in der begleitenden Seelsorge den vorrangigen Beitrag der Kirchen in der gesellschaftlichen Diskussion über Leben und Sterben.

Schon in den ersten Jahrhunderten hätten Christen Hospize und Spitäler eingerichtet, so July, weil sie gewusst hätten: „Jeder Mensch ist ein Abbild Gottes, jeder Mensch besitzt eine unvergängliche Würde, jedem Menschen wird Gnade und Friede zugesprochen.“

Der Landesbischof weiter: „Unsere Arbeit in den Palliativkliniken, den Hospizen, den Beratungszentren, unser Engagement in der begleitenden Seelsorge ist unser vorrangiger Beitrag in der gesellschaftlichen Diskussion über Leben und Sterben. Ich meine ein Leben, das von Jesus Christus kommt, der uns am Ostermorgen die Verheißung gibt, dass wir auch mitten im Sterben vom Leben umfangen sind.“ So wie es der zugrunde liegende Predigttext sage: „Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.“ (Römerbrief, Kapitel 14, Vers 8)

Bischof Dr. Gebhard Fürst betonte in seinem Votum: „Von der menschlichen Seite des Lebens her mag der Tod wie ein dunkler Abgrund erscheinen. Von Gottes Seite ist der Tod das Tor zu neuem Leben in seiner Gegenwart“, so Bischof Fürst, und weiter: „In dieser Woche hat der Deutsche Bundestag erneut über den assistierten Suizid beraten. In der Diskussion über die Hilfe zum Sterben stellt sich die Frage nach dem ‚Leben im Sterben‘ in zugespitzter Weise. Wenn wir das Leben als Geschenk Gottes betrachten, sollten wir dann nicht auch das Sterben als Teil des Lebens annehmen? Dazu braucht es Begleitung im Sinne einer ganzheitlichen Palliative-Care.“

Beide Bischöfe dankten nachdrücklich allen Pflegekräften, den Medizinerinnen und Medizinern, den Beraterinnen und Beratern und allen in der begleitenden Seelsorge Tätigen: „So geschieht ‚Woche für das Leben‘ Tag für Tag, 365 Tage im Jahr.“