Kloster mit Symbolkraft im Sinne des heiligen Martin

Bischof Gebhard Fürst hat am Freitagnachmittag rund 150 Gäste im Kloster Weingarten begrüßt. Asylsuchende aus der ganzen Stadt Weingarten, Vertreter des Landkreises, der Stadt, der Kirchen und zahlreiche Ehrenamtliche waren der gemeinsamen Einladung von Diözese, Stadt und Landkreis gefolgt. Seit einer Woche beherbergt die Diözese Rottenburg-Stuttgart im Kloster Weingarten 39 Flüchtlinge aus Afrika und Pakistan.

Im Rahmen eines Begegnungsfestes dankte Bischof Fürst allen kommunalen und kirchlichen Partnern vor Ort sowie den zahlreichen ehrenamtlich Engagierten für deren Offenheit und Bereitschaft, „den Flüchtlingen als Gästen aus aller Welt Zeit, Fähigkeit und Freundschaft anzubieten und sie zu begleiten“.

„Ich wünsche mir, dass so ein Projekt wie in Weingarten überall möglich werden kann“, sagte der Bischof. Das Klosterareal mit seiner Martinsbasilika werde wieder zu einem Ort mit karitativer und geistlicher Ausstrahlung. „Es wird zu einem lebendigen Zeichen von ganz Oberschwaben, von dem segensreiche Impulse für die Diözese und das ganze Land Baden-Württemberg ausgehen.“

Bischof Fürst freute sich besonders darüber, dass mit den Flüchtlingen drei Schwestern der Franziskanerinnen von Reute in die ehemalige Abtei einziehen und dort leben werden. „Der Einzug der Flüchtlinge hat dem Kloster wieder einen kleinen, aber feinen Konvent beschert, der im Sinne des heiligen Martin und des heiligen Franziskus tätige Nächstenliebe übt“.

Das Kloster Weingarten ist mit den aktuell 39 Flüchtlingen aus Eritrea, Nigeria, Kamerun, Gambia und Pakistan voll belegt. In der Stadt Weingarten sind derzeit insgesamt 228 Flüchtlinge aus 20 Nationen untergebracht.

Bischof Gebhard Fürst hatte anlässlich eines internationalen Kongresses in Weingarten über die Gestalt des Heiligen Martin von Tours Mitte Oktober 2013 die Aufnahme von Flüchtlingen im Klostergebäude angeregt. Nach einer zweimonatigen Umbauphase mit einem Kostenaufwand von etwa 120.000 Euro konnten am 3. April die ersten Flüchtlinge in den sogenannten Lazarettbau des Klosters einziehen. Das Benediktinerkloster wurde 1056 gegründet. Nach der Wiederbesiedelung der Abtei 1922 hatten im Herbst 2010 die letzten Mönche das Kloster verlassen.

Pressemeldung drs/Manuela Pfann

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