Kloster Weingarten bleibt ein Ort der Seelsorge und des geistlichen Lebens

Dies ist Gegenstand eines Vertrags, der am Donnerstag, 17. Dezember, in Rottenburg zwischen der Diözese Rottenburg-Stuttgart und dem Verein der Benediktiner e. V. – Abtei Weingarten – unterzeichnet und am Montag, 21. Dezember, in Ravensburg durch den Landesbetrieb Vermögen und Bau für das Land Baden-Württemberg gegengezeichnet wurde. Die Vereinbarung regelt auch, dass im Rahmen eines gesonderten Untermietvertrags die Außenstelle Weingarten der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart weiterhin ihre Räume in der ehemaligen Klosteranlage der Benediktiner nutzen kann.

Die Liegenschaften der ehemaligen Benediktinerabtei Weingarten waren mit der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts in das Eigentum des württembergischen Königshauses und später des Landes Baden-Württemberg übergegangen. Im Jahr 1922 war ein Teil der Klostergebäude den Benediktinern wieder zur Errichtung einer Abtei zur Verfügung gestellt worden.

Das Land Baden-Württemberg und die Diözese Rottenburg-Stuttgart betonen in dem jetzt unterzeichneten Vertrag ihre gemeinsame Verantwortung dafür, dass die überregionale Bedeutung des Klosters für die Kulturlandschaft Oberschwabens erhalten bleibt. Sie bestätigen damit die bisher schon bestehenden Vertragsgrundlagen, die von einer engen Verbindung der Klosteranlage mit der Kultur der Landschaft und Bevölkerung Oberschwabens ausgehen und der Aufrechterhaltung des geistlichen Standorts auch bei der künftigen Nutzung absolute Priorität beimessen. Dazu gehört auch, dass die Pfarrseelsorge weiterhin auf dem Klosterberg angesiedelt bleibt. Die Nutzung der für die Akademie bereit gestellten Räumlichkeiten soll ebenfalls nicht grundlegend geändert werden.

Der Mietvertrag, in den die Diözese Rottenburg-Stuttgart als Nachfolgerin der Abtei Weingarten eintritt, umfasst besonders das bislang von den Benediktinern genutzte Konventsgebäude, zu dem auch der mittelalterliche Kreuzgang und das Gästehaus St. Benedikt gehören. Bestandteile des Vertrags sind außerdem der Seminarbau und der Reichsflügel in dem barocken Teil der Anlage sowie weitere Immobilien wie Vikariats- und Antiquariatsgebäude, Garagen und Nebengebäude. Auch Garten- und Hofflächen sind Teil des Mietgegenstands.

Bischof Gebhard Fürst zeigte sich erfreut darüber, dass mit dem jetzt unterzeichneten Mietvertrag sichergestellt ist, dass das Weingartener Kloster auch künftig ein Ort der Seelsorge und des geistlichen Lebens bleiben kann. Er werde sich weiterhin nach Kräften darum bemühen, dass auch die Tradition des Ordenslebens eine Fortsetzung findet, betonte Bischof Fürst.

Dr. Thomas Broch