Kompetente Begleitung in schwierigen Zeiten

Sie trägt den Namen „Gesellschaften und Stiftungen / Wirtschaftsrecht“ und schließt sich mit der Nummer XVI an die bisher schon bestehenden Hauptabteilungen der Diözese an. Zur Leiterin der neuen Hauptabteilung hat Bischof Gebhard Fürst die promovierte Juristin Rebecca Dorn ernannt, die derzeit die Stabsstelle Wirtschaftsrecht innehat.

Zu den Aufgaben der neuen Hauptabteilung gehören sowohl die Genehmigung der Errichtung neuer Stiftungen und Gesellschaften als auch die Wahrnehmung der rechtlich vorgeschriebenen Bischöflichen Aufsicht über die Einhaltung der satzungsgemäßen Zwecksetzungen und über die wirtschaftlichen Entwicklungen von kirchlichen Stiftungen, Ordensgemeinschaften, kirchlichen Vereinen und Verbänden, GmbHs in kirchlicher Trägerschaft und sonstigen so genannten Kirchlichen Rechtspersonen. Hier handelt sie im Sinne einer so genannten gestuften Aufsicht im Verhältnis zu den eigenen unmittelbaren Aufsichtsgremien der Institutionen. Zu den Aufgaben gehört ebenso die Bearbeitung von Fragen des Handels-, Gesellschafts- und Stiftungsrechts, des Vertragsrechts, des Baurechts sowie des Öffentlichen und des Verwaltungsrechts.

Es gehe bei der Errichtung der Hauptabteilung „Gesellschaft und Stiftungen / Wirtschaftsrecht“ nicht darum, die Bürokratie zu vermehren oder etwa die teilweise großen und traditionsreichen Stiftungen, Ordensgemeinschaften oder Verbände stärker zu reglementieren, betonte Bischof Gebhard Fürst. Vielmehr machten es die immer komplizierter werdenden wirtschafts- und finanzpolitischen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen erforderlich, den unter der Aufsicht des Bischofs stehenden kirchlichen Institutionen eine gut ausgestattete Beratung zur Seite zu stellen und sie in enger Kooperation bei der Vorbereitung und Durchführung ihrer strategischen Entscheidungen zu begleiten. Nicht zuletzt könnten dabei auch die Kenntnisse und Erfahrungen in den einzelnen Organisationen für die anderen Kirchlichen Rechtspersonen und für die Pastoral genutzt und fruchtbar gemacht werden, so der Bischof.

Ein Teil der Aufgaben der neuen Hauptabteilung ressortierte bisher in der Hauptabteilung „Kirchliche Rechtspersonen“ (XIII), die auch weiterhin besteht und die entsprechenden Aufgaben für die über 1.038 Kirchengemeinden, 98 katholischen muttersprachlichen Gemeinden, 283 Seelsorgeeinheiten und 25 Dekanate der Diözese wahrnimmt. Deren Chef Hermann-Josef Drexl, Leitender Direktor im Kirchlichen Dienst, der zusätzlich in der Hauptabteilung XIV für das – nicht geistliche – Personal verantwortlich ist, würdigte Bischof Gebhard Fürst als einen Pionier, der seit acht Jahren in oft schwierigem Fahrwasser in vorbildlicher und umsichtiger Weise eine moderne kirchliche Aufsicht entwickelt und umgesetzt habe. Durch die Bemühungen Drexls sei manche höchst komplizierte Situation zu einem guten Ende gekommen, betonte Bischof Fürst. Das von Drexl weiterentwickelte Aufsichtswesen werde weit über die Diözese hinaus zum Vorbild genommen.

Rebecca Dorn wurde im Mai 1975 in Stuttgart-Bad Cannstatt geboren. Nach dem Abitur, das sie 1994 in Nürtingen ablegte, studierte sie an der Universität Tübingen Rechtswissenschaften und legte dort im Juli 1999 auch das Erste Juristische Staatsexamen ab. Nach dem zweijährigen Rechtsreferendariat am Landgericht Tübingen absolvierte sie das Zweite Juristische Staatsexamen. Schon damals zeichnet sich in ihrer Biographie auch ein wissenschaftlicher Schwerpunkt ab. So übte sie von 1995 bis 1999 die Tätigkeit einer ungeprüften, von 1999 bis 2001 einer geprüften wissenschaftlichen Hilfskraft am Lehrstuhl des Tübinger Juristen Professor Michael Ronellenfitsch aus, gefolgt von einer über fünfjährigen Zeit als Wissenschaftliche Assistentin am selben Lehrstuhl. 2004 wurde sie mit einer Arbeit im Medienrecht zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert, und zwar zu dem Thema „Pressekonkurrenz und Meinungsvielfalt – Voraussetzungen und Schranken des Meinungskampfs und Wettbewerbs im Zeitungs- und Zeitschriftenwesen“. Von Mai 2004 bis Juli 2006 war sie zusätzlich als Dozentin im Rahmen des Masterstudiengangs „Public Transport Management“ an der Ruhr Campus Academy der Universität Essen tätig. Im August 2006 trat Frau Dorn als Juristische Assistentin des Diözesanjustitiars in den Dienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Seit 1. Januar 2010 leitet sie die beim Generalvikar ressortierende Stabsstelle Wirtschaftsrecht mit den Tätigkeitsschwerpunkten Vertragsrecht und Vertragsgestaltung, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Gesellschaftsgründung, Medien- und Urheberrecht, Architektenrecht, privates und öffentliches Baurecht und Bauplanungsrecht.

Dr. Thomas Broch