Kompetenz gegenüber digitaler Revolution

Nicht Informationsmangel sei heute das Problem, sondern die verantwortliche Produktion und Nutzung unendlich vieler Medieninhalte, sagte der Rottenburger Bischof, der Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ist, am Donnerstag auf einer Fachtagung in Stuttgart. Es müsse gesichert sein, „dass die Gesellschaft nicht nur technisch, sondern kompetent im Umgang mit den modernen Medien auch sozial anschlussfähig bleibt“.

Die Kirche könne mit ihrer ethischen Kompetenz zu einem förderlichen Umgang mit den modernen Medien beitragen. Aufgabe einer solchen Medienethik sei, sich mit Chancen und Risiken für das menschliche Zusammenleben zu befassen. Dabei gehe es nicht um pauschale Verurteilungen einzelner Medien oder um Moralisierung. Die digitale Revolution fordere dazu heraus, sich mit Quantität und Qualität unzähliger Angebote zu befassen und eine Auswahl zu treffen. Dazu brauche es nicht zuletzt kompetent geschultes kirchliches Personal.

Im Zentrum stehen laut Bischof Fürst Fragen nach dem Einfluss digitaler Entwicklungen auf die Gesellschaft und auf Vorstellungen von Wahrheit und Wirklichkeit. Auch müsse sich die Kirche, so der Medienbischof, die Frage stellen, wie Vorstellungen von christlicher Gemeinschaft zur „Netz-Community“ passen.