Krankenpfleger, Bäcker, Kaufmann, Therapeut

Die Kandidaten, die ihre seelsorgliche Ausbildung in den vergangenen drei Jahren und davor ein theologisches Studium absolvierten, werden nach ihrer Weihe durch Handauflegung und Gebet als Ständige Diakone im Zivilberuf an ihren Heimatorten eingesetzt. Bis auf einen Kandidaten sind die Männer verheiratet. Die Weiheliturgie beginnt um 10 Uhr.

Mit Bischof und Priester bildet der Diakon die Einheit des Amtes in der katholischen Kirche ab. Vor 43 Jahren wurde das über Jahrhunderte in den Hintergrund getretene Amt des Ständigen Diakons in Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils neu entdeckt und belebt. 1968 empfingen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart die ersten neun Männer die Diakonweihe; heute tun hier mehr als 300 Ständige Diakone ihren Dienst als „Augen der Kirche“ und „Anstifter zur Solidarität“ mit besonderem Blick auf sozial-karitative Aufgabenfelder. Sie arbeiten im Hauptberuf oder als Diakone im Zivilberuf.

Geweiht werden:
Johannes Hänn (47), in Ehingen geboren, gelernter Krankenpfleger und Fachkrankenpfleger für Psychiatrie. Hänn leitet die Depressionsstation für ältere Menschen im Zentrum für Psychiatrie Zwiefalten. Er engagiert sich in der Feuerwehr, zurzeit als stellvertretender Kommandant. Nach seiner Weihe tritt Hänn seinen Dienst in der Pfarrei Peter und Paul in der Seelsorgeeinheit Marchtal an.

Ludwig Leins (45), in Hirrlingen geborener und aufgewachsener Bäckermeister. Der verheiratete Vater eines Sohnes hat in seinem Heimatort den Eine-Welt-Kreis mit begründet, ist Lektor und Kommunionhelfer. In seiner Tübinger Ausbildungsgemeinde St. Johannes leitet er Wortgottesfeiern und macht Besuche in einem Seniorenstift. Als katholischer Ansprechpartner engagiert er sich in der Tübinger Vesperkirche.

Ulrich Letzgus (45), aufgewachsen in Rottenburg-Dettingen, gelernter Bankkaufmann. Der unverheiratete Letzgus engagiert sich im Kirchenchor und im Eine-Welt-Kreis sowie als Kommunionhelfer und Lektor. An seinem Arbeitsort Reutlingen kümmert er sich um alkoholkranke Menschen. Nebenberuflich ließ sich Letzgus zum Pflegediensthelfer ausbilden. Seine Einsatzpfarrei wird St. Markus und St. Paulus in Dußlingen mit Gomaringen und Nehren sein. Einen Schwerpunkt will er auf die Altenheimseelsorge legen.

Anton Stadlmeier (57), in Pfaffenhofen/Ilm geborener Theologe und Psychotherapeut. Der verheiratete Vater von drei Kindern arbeitet als Gruppentherapeut in einer Einrichtung des Caritasverbandes für drogenabhängige Menschen. Er gehört seit 30 Jahren einer Gemeinschaft, die der Spiritualität des Charles de Foucauld folgt, der bewusst in einem nichtchristlichen Umfeld gelebt hatte. Stadlmeiers Einsatzpfarrei wird St. Bernhard in Bad Herrenalb sein, wo er sich als Diakon besonders in seinem Zivilberuf in der stationären Drogentherapie sowie in der Gemeinde in der Firmkatechese und in der Gruppenarbeit einsetzen will.