Kritische Ausrufezeichen von Seismografen der Zeit

Sie würden „im besten Sinne erschließende und deutende Fingerzeige geben“, sagte der Bischof in Stuttgart beim traditionellen Aschermittwoch der Künstler an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Damit leisteten die Künstler einen immer wieder aufrüttelnden Dienst an der Gesellschaft. Ihre Werke seien für Theologie und Kirche Grundvoraussetzung für den Dialog über drängende Fragen.

Bischof Fürst kritisierte, dass in finanziellen Krisenzeiten an den Kulturetats der öffentlichen Haushalte zuerst gestrichen werde. „Wie töricht“, rief er den Künstlern zu. Schließlich würden sie auf wesentliche Dimensionen des Lebens und entscheidende Seiten der Existenz hinweisen. Die Kirche, so Bischof Fürst, solle Kulturstationen anbieten, an denen für das Gelingen des Lebens wesentliche Fragen behandelt werden. „Wir dürfen nie die ernste Suche nach der Wahrheit, nach dem, was Bestand hat und zwar im Leben und im Tod, ausweichen.“ Dazu forderten die Künstler enorm heraus und stellten so für die Kirche wichtige Gesprächspartner dar. Der Bischof lud seinerseits die Künstler ein, sich auf die Fragen und Antworten, die Traditionen und die gegenwärtigen Aussagen von Theologie und Kirche einzulassen.

Uwe Renz