Kunst – Erinnerung an die Tiefendimension menschlicher Existenz

Roland Schweizer, 1939 in Ditzenbach geboren und von 1973 bis Anfang 2010 katholischer Pfarrer in Stuttgart-Feuerbach, hat sie über fast ein halbes Jahrhundert hinweg mit großer Sachkenntnis gesammelt und jetzt der Diözese Rottenburg-Stuttgart geschenkt. Schwerpunkt der Sammlung sind Werke der süddeutschen Gotik und vor allem der Ulmer Schule. Am Sonntag sind sie von Bischof Gebhard Fürst im Beisein von Pfarrer Roland Schweizer im Rahmen der Sonderausstellung „Meisterwerke der Spätgotik. Bildwerk und Bedeutung. Die Sammlung Roland Schweizer des Diözesanmuseums Rottenburg“ der Öffentlichkeit vorgestellt worden.
Als einen großen Glücksfall nicht nur für die Diözese, sondern auch als einen Glücksfall für die Öffentlichkeit und als einen Dienst am Gemeinwesen bezeichnete Bischof Fürst die Schenkung der Sammlung Roland Schweizer. Dadurch würden diese Kunstwerke vielen Menschen zugänglich, die sie sonst nie zu Gesicht bekommen hätten. Die Pflege der Kunst in der Kirche sei kein zu vernachlässigendes Beiwerk oder gar unnötiger Luxus, sondern sei eng mit dem Auftrag der Kirche verknüpft, sagte der Bischof. Ebenso wie die Religion sei die Kunst Ausdruck des Transzendenzbezugs des Menschen. Beide machen nach den Worten von Bischof Fürst auf eine Dimension des Daseins aufmerksam, die sich nicht in materieller Bedürfnisbefriedigung und in rationaler Zweckmäßigkeit erschöpft, sondern in etwas Unsagbarem begründet ist. Die Kirche erfülle einen öffentlichen Auftrag, wenn sie Kunst pflege und zugänglich mache. In einer heute weithin säkularen Welt erinnere sie damit an die Tiefendimensionen, an die Wurzeln menschlicher Existenz. Sie halte damit die Sinnfrage und die Gottesfrage wach und mache die Menschen darauf aufmerksam, dass es angesichts mancher Resignation und Verzweiflung auch staunende Lebensfreude gebe. Und sie erinnere daran, dass die Würde des Menschen über alles Berechenbare hinaus in einer unendlichen Freiheit begründet sei. Für den Glauben sei dies ein Hinweis auf Gott, der stets nur in Bildern und Symbolen zu erahnen sei, sagte Bischof Fürst.


Ausstellung „Meisterwerke der Spätgotik. Bildwerk und Bedeutung. Sammlung Roland Schweizer des Diözesanmuseums Rottenburg“

Diözesanmuseum Rottenburg
12. Dezember 2010 bis 8. Mai 2011
Karmeliterstraße 9, D-72108 Rottenburg a. N.
Tel.: + 49 (0)7472 922 181/182, Fax: + 49 (0)7472 922 189
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Öffnungszeiten
Di bis Fr 14-17 Uhr, Sa 10-13 und 14-17 Uhr, So + Feiertage 11-17 Uhr, Mo geschlossen
Geschlossen: 24.12., 25.12., 31.12. 2010 und 01.01., 03.03. bis 08.03.,22.04. bis 24.04.2011