Kurzfristig müssen Überlebensgrundlagen gesichert werden

Zusätzlich ermöglicht sie, Schulmaterial für 400 Schülerinnen und Schüler im Grundschulalter zu beschaffen. Dafür stellte die Diözese Caritas international in Freiburg aus ihrem Dispositionsfonds für „stumme Katastrophen“ 50.000 Euro zur Verfügung.

Die Sicherheitslage im Irak ist nach wie vor sehr angespannt. In erster Linie davon betroffen ist die Zivilbevölkerung, die unter einer verheerenden Mischung aus Terrorismus, Kriminalität und religiösem Fanatismus leidet. Vor allem aus dem Süden des Landes und aus der Hauptstadt Bagdad werden immer noch viele Familien vertrieben. Viele mussten dort nach massiven Bedrohungen ihre Häuser und ihre Existenzgrundlage fluchtartig verlassen und leben jetzt unter schwierigsten Bedingungen. Sie flüchten entweder in die Nachbarländer oder versuchen sich im vermeintlich ruhigeren Norden des Landes im kurdischen Gebiet anzusiedeln. Nach offiziellen Berechnungen sind etwa zwei Millionen Menschen außerhalb des Landes auf Flucht und weitere 1,8 Millionen innerhalb des Irak. Die letzte große Flüchtlingswelle erfolgt nach dem Anschlag auf die „Lady of Salvation Church“ in Bagdad am 31. Oktober 2010. Der Anteil der christlichen Familien unter den Flüchtlingen und den Inlandsvertriebenen ist extrem hoch. Christliche Familien, im Irak schon immer eine Minderheit, sind jetzt bevorzugtes Ziel von Übergriffen fanatischer Sektenangehöriger.


Eine große Zahl der Inlandsvertriebenen hat sich in der Niniveh-Ebene angesiedelt. Die wenigsten von ihnen finden dauerhafte Arbeit. Von der staatlichen Nahrungsmittelzuordnung sind sie ausgeschlossen, nachdem sie ihre Heimatgemeinden verlassen haben. Der ohnehin knappe Wohnraum wird völlig überteuert angeboten.

Langfristiges Ziel von Caritas international, die im Irak mit der erfahrenen Partnerorganisation CAPNI (Christian Aid Program Nohadra Iraq) zusammenarbeitet, ist es, inlandsvertriebene Familien im Irak darin zu unterstützen, sich eine neue Existenz aufzubauen und unter menschenwürdigen Bedingungen zu leben. Kurzfristig geht es jetzt zunächst darum, über mehrere Monate hinweg die Existenzgrundlagen zu sichern.