Ladenöffnungszeiten: Intention des Gesetzes ins Gegenteil verkehrt

Dieses sieht vor, dass an Ostern, Pfingsten und an den Adventssonntagen die Geschäfte geschlossen bleiben, an drei Sonntagen im Jahr aber geöffnet bleiben. Als sehr problematisch beurteilt der Rottenburger Bischof die Regelung, dass diese drei verkaufsoffenen Sonntage regional unterschiedlich festgelegt werden können. „In großen Städten bedeutet das, dass das ganze Jahr über immer irgendwo Sonntags-Shopping stattfindet“, stellt der Bischof fest. „Die jetzige Lösung“, so Bischof Fürst, „höhlt den Schutz des Sonntags faktisch aus und verkehrt die Absicht des Gesetzes in ihr Gegenteil.“ Bei dem Einspruch der Kirchen gehe es nicht um das Beharren auf dogmatischen Positionen um ihrer selbst willen. Es gehe auch darum, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie kleine und mittelständische Unternehmen vor weiterem Arbeitsdruck und vor unzumutbaren Belastungen zu schützen. „Welchen Fortschritt bringt es den Menschen“, fragt Bischof Fürst weiter, „dass sie jetzt auch noch Sonntags vor oder hinter der Ladentheke stehen können, wenn dabei die geschützten Zeiten für das familiäre Miteinander, für Erholung und Muße, für das religiöse Leben vollends im Nichts zerrinnen?“