Langjährige ehemalige Generaloberin der Sießener Schwestern beerdigt

Der Rottenburger Weihbischof Thomas Maria Renz leitete die Beisetzungsfeier. Schwester Radegundis war einer schweren Krankheit erlegen. Als Generaloberin leitete sie die Ordensgemeinschaft von 1972 bis 1984; danach war sie neun Jahre Generalvikarin. Sie sorgte wesentlich dafür, dass die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils im franziskanischen Ordensleben umgesetzt wurden.

Schwester Radegundis kam am 3. Januar 1921 in Bellamont im Kreis Biberach zur Welt. Mit 14 Jahren kam sie als Kandidatin nach Sießen, in Schwäbisch Gmünd legte sie 1940 das Abitur ab. Als eine von wenigen Frauen studierte sie Theologie, später Anglistik und Romanistik. 1947 verpflichtete sie sich als Franziskanerin. Ab 1960 leitete Schwester Radegundis das Gymnasium der Sießener Franziskanerinnen, St. Agnes in Stuttgart. Als wichtigste Veränderung im Orden bezeichnete sie die Neubesinnung in den 70er Jahren auf den OrdensgründerFranz von Assisi: „Die Schwestern spürten: Wir gehören dazu, wir sind Franziskanerinnen.“