„Leben ist auch mit seinen dunklen Seiten kostbar“

Mit Bezug auf den Satz aus dem Johannes-Evangelium „Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst“ begründete der Weihbischof die Tragfähigkeit des Glaubens und Vertrauens in Gottes Zuverlässigkeit trotz allem Leid. Im Johanneszitat seien „alle dunklen Stunden unserer Ängste, die vielen Nachtsituationen unserer Welt, der Hunger, die Kriege, nicht wie von Zauberhand zum Verschwinden gebracht, aber sie sind in das Licht der nahen Gegenwart Gottes gestellt, in das Licht des Mensch gewordenen Gottessohns“.

So kann nach den Worten Kreidlers das menschliche Leben einem Bild gleichen, „das in einer dunklen Ecke hängt und dem man kaum Beachtung schenkt“. Hole man es aber eines Tages hervor, staube es ab und stelle es ins Licht, so sei es nicht mehr das gleiche Bild. Vielmehr könne man es jetzt mit anderen Augen ansehen. „Weihnachten lädt mich ein, daran zu glauben, dass mein Leben, so wie es ist, auch mit seinen dunklen Seiten, schön und kostbar ist“, sagte der Weihbischof. Solche Erkenntnis könne zu einem liebenden Verhalten führen, auch nach bitteren und enttäuschenden Erfahrungen. „Wir sind unserem innersten Geheimnis nach Wesen des Vertrauens und der Liebe“, unterstrich Kreidler. Dies sei die Antwort des Gottessohnes auf die Frage nach der eigentlichen Bestimmung des Menschen.