Lebenslinien und am Tag danach

Unter der Überschrift „The Day After“ sind im Kloster Heiligkreuztal bei Riedlingen vom 22. Oktober bis 2. Dezember Bilder und Bücher des in Oberschwaben aufgewachsenen Madaus zu sehen. In der Rottenburger Hochschule für Kirchenmusik präsentiert der Verein vom 24. Oktober 2011 bis 20. April 2012 unter dem Titel „Lifelines“ Zeichnungen, Grafiken und Glasmalerei des in Texas geborenen Künstlers Bunsen.

Zu den Madaus-Werken vermerkt der Kunstverein, der Titel „The Day After“ verweise auf die Terroranschläge vom 11. September 2011. Entstanden ist der USA-Zyklus während einer Reise des Künstlers in die Staaten - bereits 1981/1982. Spürbar würden in dieser Hommage an New York auch Energien der Zerstörung. Die Werke seien eine „prophetische Mahnung vor jenem Tag danach, den wir auch den ‚letzten“ oder den ‚jüngsten’ Tag nennen können“.

Zur Ausstellung in Rottenburg schreibt der Verein, Bunsen zeige in seinen dort zu sehenden Werken den Zusammenhang zwischen Linie und Leben; seine „Weltkunst“ werde so „zum Platz- und Wundmal einer durch formale Spaltung in ihrer Doppelsinnigkeit genetisch erst beobachtbar werdenden, reflexiv und kommunikativ zu erschließenden, pluralen und transitorischen, ins Offene verwiesenen Wirklichkeitshabe, Leben genannt“.

Hinweis: Die Madaus-Schau wird in Heiligkreuztal am 21. Oktober um 19 Uhr eröffnet, die Bunsen-Ausstellung in Rottenburg am 23. Oktober um 18 Uhr; die Künstler sind anwesend.

Uwe Renz