Lebensmittel und Saatgut für Dürreopfer in Moldawien

Solche Katastrophen stehen nicht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit, deshalb erhalten sie auch kaum Spendenmittel für dringend erforderliche Hilfen. Man nennt sie „nicht beachtete Katastrophen“.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat in ihrem Haushalt jedes Jahr ein Budget für „nicht beachtete Katastrophen“ vorgesehen. Dieses wird von der Hauptabteilung Weltkirche betreut und nach Bedarf „Caritas international“ zur Verfügung gestellt, dem in Freiburg ansässigen katholischen Hilfswerk für die internationale Not- und Katastrophenhilfe. „Es ist der Diözese Rottenburg-Stuttgart ein besonderes Anliegen, in Zusammenarbeit mit Caritas international gerade solchen Menschen zu helfen, deren Not in der Öffentlichkeit keine Aufmerksamkeit und Beachtung findet“, sagt Domkapitular Klaus Krämer, der Leiter der Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Menschen im südosteuropäischen Moldawien, die im vergangenen Jahr Opfer einer anhaltenden Dürre geworden sind, werden jetzt aus dem Fonds für „nicht beachtete Katastrophen“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt. Moldawien wurde im Frühjahr und im Sommer 2007 von einer verheerenden Dürre betroffen. Diese führte im gesamten Land zu Ausfällen von mehr als der Hälfte der Ernte. Da die Moldau-Republik zu den ärmsten Ländern Südosteuropas gehört, waren die alten Bewässerungsanlagen verfallen und konnten nicht mehr gewartet werden. Mit der Dürre von 2007 fehlt nicht nur die Ernte dieses Jahres, sondern auch das Futter für das Vieh und das Saatgut für 2008. Da die Wintersaat durch die immer noch anhaltende Dürre erschwert wird, sind auch im Jahr 2008 vor allem bei der ärmeren Bevölkerung schwerwiegende Versorgungsmängel zu erwarten.

Um die Ernährungssituation der ärmsten Familien zu verbessern, erhalten etwa 830 Familien in der Mitte und im Norden Moldawiens vier Monate lang Lebensmittelpakete. Besonders allein stehende ältere Menschen, bettlägerige Rentner, Großfamilien mit geringem Einkommen und elternlose Kinder, die bei ihren Großeltern leben, werden bedacht. Außerdem erhalten etwa 100 Haushalte Saatgut. Den Prinzipien von Caritas international entsprechend, werden die Hilfsgüter über die Caritasverbände der örtlichen Pfarreien verteilt, da diese den Bedarf am besten beurteilen können. Die Caritas von Moldawien kontrolliert die Hilfsaktion in enger Abstimmung mit Caritas international. Die Waren werden dezentral im Land eingekauft, um die örtliche Wirtschaft zu stärken und Transport- und Lagerkosten zu vermeiden.