„Leuchtfeuer der Nächstenliebe“

Auf den Tag genau 150 Jahre nach Einweihung des ersten Mutterhauses in Schwäbisch Gmünd sagte der Bischof am Mittwoch im heutigen Mutterhaus in Untermarchtal, die Vinzentinerinnen ließen in Geschichte und Gegenwart die Heilkraft des christlichen Glaubens spüren. „Wo wir ganz Ernst machen mit unserem Glauben, da wird Liebe zur Tat“, betonte der Bischof unter Anspielung auf ein Wort des Ordensgründers Vinzenz von Paul. Unter dem Motto „Liebe sei Tat“ steht das Jubiläumsjahr der Vinzentinerinnen von Untermarchtal.

Das missionarische Potenzial des Christentums zeige sich nicht in Feuer und Schwert, sondern „in der bezwingenden Kraft christlicher Nächstenliebe“, unterstrich Bischof Fürst. Die Vinzentinerinnen von Untermarchtal zeigten in vorbildlicher und anstiftender Weise, wie die diakonisch-missionarische Dimension der Kirche zum Tragen kommen könne.

Die Kongregation der Barmherzigen Schwestern von Untermarchtal geht auf eine
Gründung im Elsass im Jahr 1734 durch Bischof Armand Gaston de Rohan-Soubise von Straßburg zurück. Nach dem Vorbild der Ordensgründer Vinzenz von Paul (1581-1660) und Luise von Marillac (1591-1660) geht es den Schwestern darum, Not leidenden Menschen zu helfen. Sie widmen sich vorrangig der Kranken- und der
Altenpflege und engagieren sich in Erziehung und Bildung.

1852 begannen vier Schwestern aus der Straßburger Kongregation mit ihrem Dienst im Spital von Schwäbisch Gmünd. Am 2. Juli 1858 konnte das erste Mutterhaus mit 54 Schwestern in Schwäbisch Gmünd eröffnet werden. 1891 zog die Kongregation ins oberschwäbische Untermarchtal und baute dort das heute bestehende Mutterhaus auf.

Im Jubiläumsjahr wird an verschiedenen Orten die Ausstellung „Mit dem Herzen sehen“ gezeigt und versetzen sich Prominente in der Aktion „Seitenwechsel“ jeweils einen Tag lang in die Lage Not leidender Menschen. Die Untermarchtaler Vinzentinerinnen unterhalten zahlreiche sozial-karitative Einrichtungen mit derzeit insgesamt 4.500 Mitarbeitenden. Die Gemeinschaft zählt 446 Schwestern in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und 200 Schwestern in Tansania, wo sie 18 Missionsstationen betreibt.

Hinweis: Das gesamte Jubiläumsprogramm im Internet unter www. untermarchtal-jubilaeum.de.