„Licht immer wieder neu in die Welt getragen“

Sie hätten ein großes Stück Theologie-, Kirchen- und Weltgeschichte miterlebt und gewinnend das Licht Christi in die Dunkelheiten der Welt getragen, sagte der Bischof am Sonntag auf der Liebfrauenhöhe bei Rottenburg in einer Messfeier mit den beiden Jubilaren und dankte ihnen für ihr Lebenszeugnis. Die beiden ältesten Priester der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurden am 19. März 1937 vom damaligen Bischof Joannes Baptista Sproll in Rottenburg geweiht. Dem Weihejahrgang 1937 gehörten 76 Männer an, von denen 38 am Josefstag des Jahres in Rottenburg die Priesterweihe erhielten.

Der Bischof hob hervor, dass die Pfarrer Braun und Luiz Ihr Ja zum Leben als Priester gegeben hätten in der Zeit der menschenfeindlichen NS-Ideologie, „in der die Kirche als Feindbild wahrgenommen wurde, sich finstere Mächte aufbauten und alsbald triumphierten mit der Folge von Millionen Toten“. Den Leitspruch „Tapfer im Glauben“, habe ihnen Bischof Sproll zugerufen und vorgelebt. Vier Rottenburger Bischöfe erlebten die Jubilare, Sproll, Carl Josef Leiprecht, Georg Moser und Walter Kasper.


Karl Braun, der im Schönstatt-Kloster auf der Liebfrauenhöhe lebt, wurde am 8. Mai 1913 in Schwäbisch Gmünd geboren. Nach neun Jahren als Vikar in Biberach, Griesingen, Ebersberg, Stuttgart und Esslingen übernahm er 1946 seine erste Stadtpfarrstelle in Mühlacker. 1951 wurde er zum Bischöflichen Kommissär ernannt, von 1965 bis zu seiner Pensionierung Ende 1987 war er Stadtpfarrer in Ravensburg.

Gebhard Luiz kam am 14. August 1913 in Ulm-Söflingen zur Welt. Er war Vikar in Stuttgart, Ulm, Riedlingen, Göppingen und Kirchbierlingen. 1940 und 1941 war er 18 Monate von den NS-Behörden wegen Abhörens fremder Sender inhaftiert gewesen. 1945 wurde Luiz Pfarrverweser in Langenschemmern, 1946 Kaplan in Schussenried; von 1954 bis zu seiner Pensionierung Ende 1989 war der Geistliche Rat Stadtpfarrer in Schwäbisch Gmünd und zugleich Seelsorger im Frauengefängnis Gotteszell. Von 1971 bis 1981 amtierte er als Dekan.

Hinweis: Ab Montag ist auf www.drs.de ein Video über Pfarrer Luiz zu sehen.