Liebe braucht Geduld

Zur harten Realität der Liebe von Menschen gehöre ihr vielfältiges Scheitern, sagte Kreidler. Der Weihbischof verwies darauf, dass im Großraum Stuttgart jede dritte Ehe geschieden werde. Liebe sei für den Menschen so schön und gleichzeitig so schwer. Deshalb spiele die Geduld in der Ehe, der Familie oder auch in der Kirchengemeinde, in der man sich engagiere, eine so wesentliche Rolle. Die Geduld mit einem anderen sei Liebe, die warten kann. Sie bewahre die Hoffnung auf den anderen und den Glauben an ihn. „Solche Liebe hat nichts Schwächliches, sondern ist unendlich stark“, urteilte Kreidler. Der Geduldige wisse, dass alles noch unfertig sei. Er wisse, dass das, was unfertig ist, Zeit brauche. Darum lasse er dem anderen Zeit. Die Liebe keime und wachse, „wenn wir ihr Gold in ‚das klumpige Blei der Geduld’ verwandeln.“