Senioren

Lobbyarbeiter für Senioren

Nils Neudenberger und Rainer Ertl

Rainer Ertl (hinten) zieht sich aus dem Forum Katholische Seniorenarbeit im Dekanat Schwäbisch Hall zurück. Nils Neudenberger übernimmt die Geschäftsführung. Foto: drs/Guzy

Engagement für Ältere hat im Dekanat Schwäbisch Hall auch dank Rainer Ertl ein besonderes Gewicht. Nun gibt er die Verantwortung in neue Hände.

Schon seit Jahrzehnten gibt es im Dekanat Schwäbisch Hall das Forum Katholische Seniorenarbeit. Dieses war bisher vor allem mit einer Person verbunden: Rainer Ertl. Nach seiner Zeit als Gemeindereferent verschrieb er sich der Seniorenarbeit auf vielfältige Weise und war seit 2008 Vorsitzender des Forums. Nachdem er diese Aufgabe zuletzt kommissarisch beziehungsweise nur noch als Sprecher fortsetzte, zieht der 76-Jährige sich nun endgültig aus diesem Engagement zurück – nicht ohne mit dafür zu sorgen, dass das Forum auch in Zukunft bestehen kann.

In einer Mitgliederversammlung wurde die Geschäftsführung auf Nils Neudenberger übertragen. Neudenberger ist Gemeindereferent in der Seelsorgeeinheit „Hohenloher Ebene“. Seit September ist der 47-Jährige für das Dekanat zusätzlich als Referent für Seniorenpastoral tätig. Mit dieser Profilstelle will das Dekanat seinen Schwerpunkt der Seniorenarbeit weiter ausbauen.

„Seniorenarbeit ist für uns ein großes Thema“, sagte Dekan Thomas Hertlein. Er hatte dabei insbesondere die flächenmäßige Ausdehnung und die ländliche Struktur des Dekanats im Blick. „Du hast viele Talente und Begabungen eingebracht“, würdigte er vor den versammelten Forumsmitgliedern die ehrenamtliche Arbeit von Ertl.  „Wir haben uns gefreut, dass wir die Profilstelle mit Nils Neudenberger besetzen konnten“, erklärte Dekanatsreferentin Utta Hahn.

Stefan Schneider, Regionalleiter der Caritas Heilbronn-Hohenlohe, erinnerte an die lange Tradition der Seniorenarbeit und des Forums im Dekanat Schwäbisch Hall. Dies sei etwas Besonderes. Das Forum sei als Bindeglied zu den Ehrenamtlichen vor Ort wichtig. Er sei froh über den Schwerpunkt der Profilstelle, sagte Schneider. Damit gebe es auch Schnittstellen zur kommunalen Ebene – Stichwort „sorgende Gemeinde“.

Die Engagierten haben gewollt, dass es weitergehe, erläuterte Ertl, wie es zu der Nachfolgelösung gekommen ist. Ertl dankte allen Engagierten und seiner Frau Agnes. Für Neudenberger hatte er eine Tonfigur eines Hirten dabei, die er einst von einem Künstler geschenkt bekommen hatte.

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagte Neudenberger im Kreis der Forumsmitglieder. Wie er erklärte, ist seine Aufgabe als Referent für Seniorenpastoral, die ehrenamtliche Arbeit vor Ort zu unterstützen und zu fördern. Denn es brauche eine hauptberufliche Begleitung.

Er wolle aber auch allgemein Lobbyarbeit für Senioren betreiben. Eine wichtige Aufgabe in der Funktion als Geschäftsführer des Forums wird sein, bis zur nächsten Mitgliederversammlung Interessenten für die vakant gebliebenen Vorstandsposten zu finden.

Ertl dagegen hat mit seinem Rückzug nun noch mehr Zeit für sein großes Hobby: das Märchenerzählen. Er wolle das ausbauen, kündigte er an. Denn zum Beispiel in Altenheimen habe er gemerkt, wie positiv sich das Märchenerzählen auf die Menschen auswirke.