Loyal und mit eigenem Kopf

Brock baue sich keine Hütte, wo es am schönsten sei, sagte Bischof Fürst mit Bezug auf den Bibeltext des Sonntags. Ihn reize vielmehr das Neue; dies weise ihn als entscheidungsfreudigen und offenen Menschen aus. Mit dem Abschied Brocks aus dem Amt des Stadtdekans müssten die Stuttgarter Katholiken eine Führungspersönlichkeit ziehen lassen, die Teamgeist besitze und fachlich kompetent sei, so der Bischof, der dem Stuttgarter Prälaten einen eigenen Kopf und Loyalität zugleich bescheinigte. Brock habe seinen Mitarbeitenden stets einen großen Entscheidungsspielraum eingeräumt und in der Gremienarbeit Wert auf Konsens gelegt. Zugleich verstehe er, für seine Anliegen zu werben, weil er über ein feines Gespür für die Wirkung von Worten verfüge.

Bischof Fürst erinnerte daran, dass in die zehnjährige Amtszeit von Stadtdekan Brock sowohl wichtige Strukturreformen wie die Zusammenführung der vier bisherigen Stuttgarter Dekanate in ein gemeinsames Stadtdekanat fielen als auch bedeutende Baumaßnahmen wie die Domsingschule, das Hospiz in Stuttgart-Degerloch, das Verwaltungszentrum und nicht zuletzt das Haus der Katholischen Kirche in der Königstraße, im Herzen der Landeshauptstadt. Dabei sei es Brock stets ein Anliegen gewesen, nicht nur reine Zweckbauten, sondern etwas ästhetisch Besonderes zu schaffen. Vor allem aber sei es ihm bei der Vielfalt der Aktivitäten immer um Menschen und um Aufgaben gegangen. „Hinter jedem Bau und jedem Konzept stand Leben, stand Lebenszeit, die Du mit Menschen auf gute Weise verbracht hast“, würdigte der Bischof den scheidenden Stadtdekan.