Corona

Malteser und andere Rettungsdienste schlagen Alarm

Zwei Einsatzkräfte des Malteser-Rettungsdiensts im Einsatz: Ein Retter und eine Retterin stehen hinter einem Rettungswagen. Die Türen des Rettungswagens sind offen und man kann die Liege erkennen. Bild: Malteser Neckar-Alb

Zwei Einsatzkräfte des Malteser-Rettungsdiensts im Einsatz. Bild: Malteser Neckar-Alb

Dem Rettungsdienst droht die Überlastung. Die Hilfsorganisationen im Land warnen vor einer Beanspruchung, die auf Dauer nicht zu leisten ist.

"Die Anforderung ist mittlerweile grenzwertig", so Marc Groß, Geschäftsführer des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg. Die Kapazitäten des ohnehin unter schwierigen strukturellen Bedingungen leidenden Rettungsdiensts seien ausgereizt. "Die Kolleginnen und Kollegen geraten absehbar an das Ende ihrer Kräfte", sagt Birgit Wiloth-Sacherer, Geschäftsführerin des DRK-Landesverbands Badisches Rotes Kreuz.

Die Hilfsorganisationen in Baden-Württemberg stehen für eine zuverlässige rettungsdienstliche Versorgung der Bevölkerung. Jedoch stößt die Belastung der Einsatzkräfte zunehmend an ihre Grenzen: Die Zahl der Infektions-Transporte steigt täglich an, jeder Transport eines infizierten Patienten erfordert Sorgfalt, ist aufwändig und anstrengend.

Die freien Betten werden weniger, die Fahrten immer länger

Die Desinfektion eines Fahrzeugs kann bis zu einer Stunde dauern. Zudem werden die Wege zu den Notaufnahmen immer länger, die freien Betten immer weniger. Schließlich steigt auch die Zahl der infizierten Einsatzkräfte, trotz einer Impfquote von über 90 Prozent. "Wir akzeptieren die Verantwortung, die der Rettungsdienst auch in dieser Pandemie hat. Aber die derzeitige Beanspruchung geht nicht mehr lange gut, das System ist nicht unendlich belastbar", so Daniel Groß, stellvertretender Landesgeschäftsführer des ASB.

Die Hilfsorganisationen appellieren deshalb an Politik und alle Bürgerinnen und Bürger, alles zu tun, um die Pandemie einzudämmen. Damit könnte der Rettungsdienst wie auch das gesamte Gesundheitswesen entlastet werden. Thomas Hanisch, Landesvorstand der Johanniter: "Wir setzen in dieser schwierigen Situation alles daran, auch in den nächsten
Monaten jedem Menschen zu helfen, der Hilfe benötigt, egal aus welchem Grund."

Die Organisationen verfolgen die angespannte Lage mit großer Sorge

Die Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und der Malteser-Hilfsdienst (MHD), sind wichtige Partner in der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie. Die angespannte Lage im Rettungsdienst, aber auch in den Krankenhäusern des Landes verfolgen die Organisationen mit großer Sorge.

"Wichtig zur Bekämpfung der Pandemie sind neben Impfung und Boostern Kontaktreduzierung, FFP2-Masken, regelmäßiges Testen, Abstand und die Beachtung der Hygieneregeln. Corona verlangt von uns ein besonderes Maß an Verantwortung für die Menschen, denen wir jeden Tag begegnen", so der Malteser-Landesgeschäftsführer Klaus Weber.

Einsatzkräfte werden auch in Impf- und Testzentren eingesetzt

Die Hilfsorganisationen setzen trotz aller Belastungen im Rettungsdienst auch in Impf- und Testzentren sämtliche verfügbaren Kräfte ein und bauen, falls erforderlich, ihre Aktivitäten in diesem Bereich auch noch weiter aus.

Die Hilfsorganisationen ASB, DRK, JUH und MHD betreiben in Baden-Württemberg 350 Rettungswachen sowie einzelne weitere Notarzt- und Krankentransportstandorte. Im Jahr 2020 leisteten ihre Mitarbeitenden im Rettungsdienst rund 900.000 Rettungswagen-Einsätze und rund 800.000 Krankentransporte.

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