Maria sagt Ja

„Maria hat genau das gemacht, wozu sie berufen ist“, sagte der Bischof in der St.-Maria-Kirche auf dem Hohenrechberg. So sei sie genau die gewesen, die sie nach Gottes Plan sein sollte. Heute könnten wir frei werden, wenn wir unser Glück nicht an vergehenden Momenten festmachten, sondern an der Person Jesu Christi. „Wie vielen Menschen gerade in solchen Zeiten des Umbruchs gelingt es denn, identisch zu leben? Wie vielen gelingt es denn wirklich, eins mit sich und den Möglichkeiten zu sein, mit denen uns Gott beschenkt hat und die in unserem Lebensplan vorgezeichnet sind?“, fragte der Bischof.

Die Welt brauche liebende Menschen wie Maria. Wo wir als liebende Menschen lebten, „da wird auch heute Gott zur Welt gebracht“, sagte der Bischof. Maria sei uns nicht unendlich fern gerückt. Sie stehe Gott in außergewöhnlicher Weise nahe, sei jedoch auch uns nahe, weil auch sie einen Glaubenweg gegangen ist. Sie sei eine Schwester im Glauben, so der Bischof, weil sie gelernt hat, in Gottes liebender Gnade zu leben.

Wie sie solle der Mensch sich heute von Gott her verstehen, offen sein für sein Wort und bereit sein zu tun, was Gott von ihm erwarte. Wir sollen ein Leben aus dem Glauben führen, ein Leben in der Praxis der Liebe. Sie schenke Leben, befreie und ermutige sich als ganzen Mensch im Plan Gottes zu verwirklichen für die anderen.

Das Gnadenbild der „Schönen Maria“ im Hochaltar der barocken St.-Maria-Kirche in Hohenrechberg steht seit 600 Jahren im Zentrum der Wallfahrten auf den Hohenrechberg. Es stammt aus dem 14. Jahrhundert und hat seither trauernden und hoffenden Menschen Mut gemacht. Besonders in schweren Zeiten, als die Pest in Württemberg wütete oder der Dreißigjährige Krieg, zog sie Tausende von Hilfesuchenden an. Zuerst in einer Holzkirche beherbergt, wurde das Gnadenbild im 15. Jahrhundert in die neuerbaute Steinkirche gebracht. Der Legende nach sollen Engel das Gnadenbild in die schlichte Holzkirche zurückgetragen haben, damit „die Maria in der kleinen Holzkapelle den Armen und Elenden näher ist.“ Einen Höhepunkt hatte die Wallfahrt auf den Hohenrechberg nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Kirche vom Bombenhagel der amerikanischen Kampfflieger unbeschadet überstand. Heute ist die Wallfahrtskirche immer noch ein Anziehungspunkt für Gläubige. Brautpaare geben sich dort gern das Ja-Wort. Die Wallfahrtswoche findet seit ca. 200 Jahren immer um den Festtag Mariä Geburt am 8. September statt.