Advent

Marienfigur auf Herbergssuche

Marienfigur bei einer Familie

Joanna Bromma hat der Marienfigur einen prominenten Platz im Haus frei geräumt. Foto: DRS/Guzy

Eine Adventsaktion, die auf die Weihnachtsgeschichte anspielt, verbindet die Mitglieder der Seelsorgeeinheit Heilbronn-Böckingen untereinander.

Von Ort zu Ort und von Haus zu Haus zieht eine Marienfigur in der Seelsorgeeinheit Heilbronn-Böckingen. Bis Heiligabend, wenn sie in der Kirche St. Kilian angekommen ist, wird sie jeden einzelnen Adventstag bei einer anderen Familie oder Einzelperson verbracht haben.

Die Initiative zu der Aktion ging von Beate Joschonek aus. Die 66-Jährige hatte durch einen Fernsehbeitrag vom Brauch des „Frauentragens“ im bayerischen Raum erfahren. Sie griff die Anregung auf. „Wir brauchen etwas, was uns in der Pandemie zusammenbringt“, sagt Joschonek. So stiftete sie – auch um ein Versprechen einzulösen – eine Marienfigur, damit diese in der Adventszeit durch die Seelsorgeeinheit ziehen kann. Der etwa 30 Zentimeter hohe Guss zeigt Maria, anders als sonst, ohne Jesuskind, aber mit einem sich abzeichnenden Schwangerschaftsbauch.

Verbindungen unter den Gläubigen

So suche Maria Einlass bei uns, erklärt Pfarrer Siegbert Pappe – wie einst bei der Herbergssuche. Pappe stellte die Idee den Kirchengemeinderatsmitgliedern vor und sammelte quer durch die Seelsorgeeinheit die teilnehmenden Haushalte. Für jeden Adventstag ist in einer Liste eingetragen, wo die Figur zu Gast ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machen die coronakonforme Übergabe jeweils untereinander aus. Maria geht dann samt Liste in einem Korb an den jeweils nächsten Haushalt.

„Auf diese Weise entsteht ein Netzwerk“, sagt Pappe. Dieses verbinde auch die verschiedenen Nationalitäten, die in der Seelsorgeeinheit zu finden seien.

Auch bei Familie Bromma ist die Marienfigur zu Gast. Einen Tag lang soll sie ein besonderes, besinnliches Zentrum im Haus bilden. „Das tut uns allen gut“, sagt Joanna Bromma. Wie die 49-Jährige berichtet kennt ihr Mann, der wie sie aus Polen stammt, von früher einen ähnlichen Brauch. Dabei ist damals im ländlichen Raum allerdings ein Marienbild umhergezogen.