Martin von Tours: Vorbild für ein soziales Europa

Dies hat Bischof Gebhard Fürst vom ungarischen Szombathely aus, dem Geburtsort des hl. Martin, in einem Brief an die Gläubigen seines Bistums geschrieben. Während einer einwöchigen Pilgerfahrt zum österreichischen Wallfahrtsort Mariazell hatte er am Dienstag gemeinsam mit rund 130 Pilgern aus der ganzen Diözese in der Geburtskirche des frühkirchlichen Bischofs einen Gottesdienst gefeiert. Der hl. Martin, von 371 bis 387 Bischof von Tours, ist der Patron der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Martin von Tours gilt als Vorbild christlicher Nächstenliebe und sozialer Verantwortung. Als bekanntestes Beispiel seines Wirkens erzählt die Legende, er habe noch als römischer Offizier seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt.

Er habe Sorge, betonte Bischof Fürst in seinem Schreiben, dass „die an der christlichen Nächstenliebe orientierte soziale Dimension unseres Zusammenlebens“ in einem zusammenwachsenden Europa Schaden nehme. Viele Menschen drohten unter die Räder zu kommen. An der Gestalt des Bischofs Martin von Tour werde deutlich, „was einen Christenmenschen ausmacht“, schrieb der Rottenburger Bischof. Martin sei „eine bleibende Mahnung und Aufforderung, Aufmerksamkeit und Sympathie besonders denen zu schenken, die in Not geraten sind und die verloren zu gehen drohen“. Der hl. Martin erinnere daran, „dass die Kirche Jesu Christ eine diakonische, eine helfende und heilende Kirche“ sei. Die Orientierung, die er den Gläubigen und den in kirchlichen Berufen Tätigen gebe, laute: „Wendet euch den Schwachen und Bedrückten aller Art zu, unterstützt die Unglücklichen.“